Latein

Die Geschichte des Schulfachs Latein in Deutschland reicht bis ins frühe Mittelalter (ca. 720) zurück. Die ersten Schulen, die damals gegründet wurden, waren Klosterschulen, in denen Latein als allgemeine Unterrichtssprache gesprochen und gelehrt wurde. Daher kann man Latein als das älteste Unterrichtsfach in Deutschland bezeichnen. Latein, die „Vatersprache des Mittelalters“ bildete das Zentrum des gesamten mittelalterlichen Schulwesens: Nur wer diese Sprache in Wort und Schrift beherrschte, erhielt vollen Zugang zum kirchlichen Leben und zu den Bildungsgütern, die an Kloster-, Kathedral und Domschulen und seit dem Spät­mittelalter auch an den städtischen Schulen vermittelt wurden.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands hat der Lateinunterricht eine bemerkenswerte Kon­solidierung erlebt: Er wird zur Zeit von mehr als 770 000 Schülerinnen und Schülern besucht (Schuljahr 2005/2006) und nimmt nach Englisch und Französisch den dritten Platz in der Rangliste der Fremdsprachen des allgemeinbildenden Schulwesens ein.