Deutscher Altphilologenverband
Grußwort der Bundesvorsitzenden des DAV, Dr. Katja Sommer, zum NAV-Landestag 2026 in Osnabrück
Dankbar stehe ich heute hier zum 75jährigen Jubiläum des NAV sowohl als Vertreterin des DAV-Bundesverbandes als auch unseres niedersächsischen Landesverbandes.
Lieber Herr Ministerialdirektor Milde, danke, dass Sie uns die Wertschätzung des MK überbringen, lieber Herr Bröcker als Leiter einer Schule, an der offene Diskurse auch über bildungspolitische Fragen gepflegt werden, lieber Henning als Vertreter des uns eng befreundeten Philologenverbandes, lieber Dennis als Leiter des Ortskomitees, dessen Engagement wir die großartige Organisation verdanken, lieber Christian als Vorsitzender des NAV, lieber Uwe als unser heutiger Hauptredner mit den Erfahrungen aus Mecklenburg-Vorpommern.
Immer wieder wird von der Nutzlosigkeit gesprochen, der Nutzlosigkeit von Bildung und ganz besonders der Alten Sprachen – und es wird z.T. auch das Lob des Nutzlosen gesungen – aber auf diesen Aspekt möchte ich heute nicht eingehen.
Sondern: Ist das alles wirklich so völlig nutzlos? Und, Herr Milde, vielen Dank, dass Sie uns soeben aus der Sicht des MK bereits deutlich dargelegt haben, wie zentral die sprachbildende und denkfördernde Funktion unserer Fächer ist und wie sehr diese von unserem Kultusministerium geschätzt wird!
Ergänzend will ich einen anderen Aspekt ins Zentrum rücken: Was ist denn der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält?
Sind nicht die gemeinsamen Narrative, der Literaturkanon, der eigentliche Kern der πολιτικὴ τέχνη, die gemäß Platons Protagoras-Mythos Zeus den Menschen verliehen hat, um sie gemeinschaftsfähig zu machen? Denn enthalten nicht unsere Erzählungen auch unsere Vorstellungen darüber, was richtig ist?
Ist nicht die Schule seit jeher – und seit mindestens 2500 Jahren mit Homer – der Ort, an dem durch Übermittlung des Kanons diese Gemeinschaftsfähigkeit aufgebaut wird? – Und dafür braucht es Zeit und Raum für gemeinsame Diskussionen.
Grundgelegt wird sie natürlich in der Familie, woran man auch öfter erinnern sollte…
σχολή – die Muße in der Kindheit und für die Heranwachsenden, bevor das Hamsterrad des Alltagslebens uns ergreift - respektive, damit es uns niemals so völlig beherrschen kann. Denn wird nicht gerade dadurch der Samen der Freiheit in uns gepflanzt?
Haben nicht deshalb vor 75 Jahren unsere Vorgänger, derer wir hier gedenken, u.a. Dr. Mack, der spätere Leiter des Wilhelm-Gymnasiums in Braunschweig – und das sage ich hier natürlich mit besonders großer Dankbarkeit als Absolventin desselben – haben sie nicht genau deshalb nach den Wirren des Weltkrieges nicht nur allgemein die Wiederherstellung des Schulwesens als Rückkehr zur Normalität von Gesellschaftsleben betrieben, sondern sich bemüht, wieder den Kanon an die nachfolgende Generation zu vermitteln, der uns individuell Orientierung gibt und uns als Gesellschaft zusammenhalten lässt?
Heute besinnen wir uns darauf, dass wir dieses Erbe angetreten haben und es unsere Aufgabe ist, die wir bereitwillig auf uns genommen haben, weil sie uns sinnvoll erscheint, genau wie diese Gründergeneration es für unsere Zukunft tat, nun wir für die Zukunft unserer Kinder und Enkel, weiter für diese Art Schule zu streiten.
Erlauben Sie eine kurze Reminiszenz einer persönlichen Erfahrung: Als ich in der 10. Klasse war, habe ich an einem USA-Austausch teilgenommen – ich kam also aus dem gewissermaßen paradiesischen Wilhelm-Gymnasium in Braunschweig - mit Hans-Peter Tunkel, an den sich viele hier erinnern werden, als Griechischlehrer - für vier Wochen an eine amerikanische High School, die ich als den schärfsten Kontrast zu dem, was ich unter Bildung verstehe, empfunden habe: Ein Leben praktisch ohne Literatur und Fremdsprachen, ohne Vergangenheit, nur für die Gegenwart – das empfand ich als so erschreckend, dass ich direkt nach meiner Rückkehr in eine politische Jugendorganisation eingetreten bin, um bildungspolitisch daran mitzuarbeiten, Derartiges für Deutschland zu verhindern.
Das bietet mir einen Anknüpfungspunkt für die Oberstufenreform, die sich derzeit in der Anhörung befindet – und verstehen Sie mich nicht falsch, Wahlfreiheit schätze ich sehr - wenn es denn wirklich eine ist, eine echte Wahlfreiheit, in der die interessierten und leistungsbereiten jungen Menschen auch ihren altsprachlichen Interessen in der Oberstufe nachgehen können!
Aber die jetzt vorgesehene Planung des 11. Jahrgangs – bei der ich auch die Abwahlmöglichkeit von Physik oder Chemie wie von Politik oder Geschichte für eine Schnapsidee halte – dies alles sollte im Klassenverband gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden, gerade in der aktuellen Zeit, in der politische Narrative auseinanderfallen und Kommunikationslosigkeit droht.
Das schlimmste aber an dieser Oberstufenreformplanung ist, dass es, wenn vielleicht nicht von allen daran beteiligten Akteuren aus finanziellen Motiven bewusst bezweckt, so doch sehenden Auges billigend in Kauf genommen wird, dass Fremdsprachen außer Englisch in der niedersächsischen SEK II, also den letzten drei Jahren der Gymnasialzeit, beseitigt werden: Wir berauben damit unsere Kinder gerade der Phase, in der man eigentlich anspruchsvolle Literatur gemeinsam erarbeitet und diskutiert, um die sprachliche Grundlage wie die kulturelle Kenntnis des Kanons zu legen - nicht nur für eine erfolgreiches Studium, sondern für ein erfülltes Leben – im Sinne der εὐδαιμονία.
Und wenn wir sehen, wie überall weltweit der Kanon der lateinischen und griechischen Klassiker gelesen und vermittelt wird, sehen wir, dass dies wirklich Weltkultur ist, die überall als orientierunggebende Bildung geschätzt wird (cf. Die Übersicht in: Steven Hunt & John Bulwer, Teaching Classics Worldwide, London 2025). Und mir ist auch nicht bange um den Verlust des Kanons, wenn man doch in den Bücherregalen der Buchhändlerinnen und Buchhändler haufenweise antike Mythen in aktueller Romanform findet, wenn Computerspiele diese als eines ihrer bevorzugten Sujets verwenden, wenn jeder Regisseur, der auf sich hält, seine Version der Odyssee in die Kinos bringt, was aktuell die Verkaufszahlen Homers in ungeahnte Höhen treibt – da kommen immer wieder junge Menschen zu uns und wünschen sich, das im Original lesen zu können – und es ist unsere Aufgabe, und auch Ihre, lieber Herr Milde, als Vertreter des MK, für die Rahmenbedingungen zu sorgen, dass sie dies auch können!
Bei genauer Betrachtung der PISA-Ergebnisse nach Schulformen stellen wir ja fest, dass Deutschland im gymnasialen Bereich international an der Spitze steht und auch die gelobten Systeme wie Estland oder Kanada in allen Kategorien um 50 Punkte überflügelt – nur zu denjenigen in nicht-gymnasialen Schulformen in unserem Land bestehen ca. drei bis vier Jahre Abstand. Insofern sehen wir es als absolut begrüßenswert, dass das niedersächsische MK die Referate 33 (Gymnasien) und 31 (Gesamtschulen) jetzt getrennt hat, weil das ja auch völlig unterschiedliche Baustellen sind. - Diese Schülerinnen und Schüler der Gymnasien, die diese Leistungen erbracht haben, die in PISA dokumentiert sind, brauchen auch in der Oberstufe Futter!
Und dass sie gerade auch in den Alten Sprachen hervorragende Abiturergebnisse liefern können, zeigen die aktuellen Zahlen des letzten Durchgangs hier in Niedersachsen, in denen die Durchschnittsnote in Griechisch mit 11,96 wieder die beste des Landes war, gefolgt von Latein mit 10,33 und – auch das wollen wir lobend erwähnen – von Französisch mit 10,14 auf Platz drei. Sicherlich sind die Zahlen der Griechischabsolventen sehr klein, aber ein Latein-Abitur legen immerhin 3% des Jahrganges ab, doppelt so viele wie Französisch (1,6%).
Wenn Sie die Oberstufenreform so umsetzen, wie sie jetzt in der Anhörung ist, werden Fremdsprachen außer Englisch an den meisten Gymnasien Niedersachsens in der 11 sterben, einfach, weil die Lehrerstunden fehlen.
Darum unser Appell an Sie und das MK: Ermöglichen Sie weiter diese großartigen Abiturergebnisse, ermöglichen Sie weiterhin diese Bildung für das Leben, fügen Sie den bisher bestehenden Rechtsanspruch der Schülerinnen und Schüler auf eine weitere Fremdsprache in 11 und in der Qualifikationsphase, also den Erhalt des Rechtsanspruches niedersächsischer Schülerinnen und Schüler auf die Unterrichtung in mindestens zwei Fremdsprachen in den gesamten drei Jahren der Sek. II, in Ihre neue Oberstufen-VO ein – in unserer Stellungnahme, die Ihnen in Kürze zugehen wird, haben wir Ihnen einen Vorschlag unterbreitet, wie man dies rechtssicher formulieren könnte.
Auf dass wir auch in den nächsten 75 Jahren gemeinsam die erfreulichen Ergebnisse niedersächsischer Schülerinnen und Schüler in Latein und Griechisch feiern können!

Dr. Uwe Dietsche, Schulleiter des Fridericianums in Schwerin, der gemeinsam mit Matthias Brodkorb die Profilschulen für Begabtenförderung in MV konzipiert hat, zu denen auch vier mit Griechisch gehören, bei seinem Vortrag 'The digital hole. Über den Wert der Beschäftigung mit den Alten Sprachen in Zeiten von KI' bei der Festveranstaltung zu 75 Jahren NAV am Ratsgymnasium Osnabrück'
Zukunft braucht Herkunft
Der Deutsche Altphilologenverband (DAV) stellt sich vor
Wer sind wir?
Wir sind der Fachverband für Latein und Griechisch an Schulen und Universitäten.
Wir sind ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein.
Der DAV ist Mitglied der Fédération Internationale des Études Classiques (FIEC) und des Europäischen Verbundes der Altphilologenverbände EUROCLASSICA.
European Certificate of Classical Languages ECCL
Insgesamt 552 Schüler:innen aus 24 deutschen Schulen haben in diesem Schuljahr am European Certificate of Classical Language (ECCL) teilgenommen. Von ihnen errangen 11 Teilnehmer:innen eine Gold-, 55 eine Silber- und 116 eine Bronze-Medaille.
Herzliche Glückwünsche vom DAV-Bundesvorstand an die Erfolgreichen und ein großes Dankeschön an die Lehrkräfte im Hintergrund, die diesen Erfolg erst ermöglicht haben!
Die Goldmedaillen gingen in das Askanische Gymnasium Berlin, in das Europäische Gymnasium „Bertha von Suttner“ Berlin, in das Gymnasium auf den Seelower Höhen, in das Domgymnasium Verden und in das Neue Gymnasium Bochum. Das sind ganz besondere Ergebnisse!
Das ECCL wird von der Euroclassica, der europäischen Dachorganisation von Altsprachlehrer-Verbänden, organisiert. Schüler:innen können sich in Latein oder Altgriechisch auf jeweils zwei Schwierigkeitsstufen beweisen.
Aus Deutschland haben – aufgeschlüsselt nach Bundesländern – teilgenommen:
Nordrhein-Westfalen: 6 Schulen
- Städtisches Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen
- Heilig-Geist-Gymnasium Würselen
- Städtisches Gymnasium Steinheim
- Gymnasium St. Christophorus Werne
- Lessing-Gymnasium Bochum-Langendreer
- Neues Gymnasium Bochum
Sachsen-Anhalt: 4 Schulen
- Burgstadtgymnasium Querfurt
- Geschwister-Scholl-Gymnasium Zeitz
- Norbertusgymnasium Magdeburg
- Hans-Dietrich-Genscher-Gymnasium Halle
Brandenburg: 3 Schulen
- Gymnasium „Alexander von Humboldt“ Eberswalde
- Humboldt-Gymnasium Potsdam
- Gymnasium auf den Seelower Höhen
Niedersachsen: 3 Schulen
- Domgymnasium Verden
- Gymnasium Syke
- Halepaghen-Schule Buxtehude
Bayern: 2 Schulen
- Spessart-Gymnasium Alzenau
- Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen
Berlin: 2 Schulen
- Askanisches Gymnasium Berlin
- Europäisches Gymnasium „Bertha von Suttner“
Mecklenburg-Vorpommern: 1 Schule
- Große Stadtschule Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar
Rheinland-Pfalz: 1 Schule
- Gymnasium Traben-Trarbach
Saarland: 1 Schule
- Hochwald-Gymnasium Wadern
Deutsche Auslandsschulen: 1 Schule
- Deutsche Schule Stockholm
Antike exempla et errores für uns heute – das Demokratie-Thema prägte den Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes in Frankfurt
Rund 500 Lehrkräfte der Fächer Latein und Griechisch aus allen Bundesländern haben beim DAV-Bundeskongress zur Frage der Bedeutung von Latein- und Griechisch-Unterricht für die politische Bildung gearbeitet. Vom 7. bis 11. April 2026 ging es an der Frankfurter Goethe-Universität um den Leitgedanken „Aus der Antike lernen für die Demokratie von heute und morgen – exempla et errores“.
Die Hessische Landesregierung will gemäß Koalitionsvertrag „Schulen besonders fördern, die sich der europäischen Mehrsprachigkeit – einschließlich der alten europäischen Kultursprachen Latein und Griechisch – widmen“. Darauf wies Katja Sommer als DAV-Bundesvorsitzende hin und verwies auch auf das Konzept zur Begabtenförderung in Mecklenburg-Vorpommern, wo das Fach Altgriechisch an Schwerpunktschulen besonders gefördert wird. Mit dem Humanismuspreis des DAV wurde die „berühmteste Althistorikerin der Welt“ (so die FAZ 2025), die britische Altertumswissenschaftlerin und Publizistin Mary Beard, geehrt. Mit drei Ad-Astra-Preisen des DAV wurden junge Lehrkräfte prämiert für besondere Unterrichtskonzepte der Einbeziehung von griechischer Musik, von modernen Graffiti und von KI. Die öffentliche Podiumsdiskussion zum Kongress-Thema zeigte, dass wir die antiken Denkkonzepte und Erfahrungen modellhaft zum Vergleich nutzen können, um in gegenwärtigen Krisen gute Entscheidungen treffen zu können.
Die Antike als Reflexionsraum für politische und gesellschaftliche Fragen unserer Gegenwart war Thema in rund 75 Fachvorträgen und Arbeitskreisen des Kongresses. Der griechische Historiker Herodot beschreibt, wie Griechen und Perser u.a. bei der Schlacht von Marathon zu überlegten Entscheidungen kamen. Der Dichter Homer erzählt in seinem Epos über den Trojanischen Krieg von Zorn und humanem Mitgefühl, wenn er den Griechen Achilleus charakterisiert, und warnt mit sezierenden Schlachtbeschreibungen vor Krieg und dessen traumatisierenden Folgen. Neuere Forschungen in Archäologie und Alte Geschichte zeigen etwa am Beispiel der vielfachen Facetten weiblicher Partizipation in der Antike, wie sehr weit verbreitete heutige Vorstellungen revidiert werden müssen. Bei der Darstellung der römischen Kaiser in den Biographien des römischen Autors Sueton sehen wir, wie politisch auch scheinbar nur Privates gedeutet wird.
Die epochalen Auswirkungen von generativen Schreibprogrammen, also „künstlicher Intelligenz“, auf unsere Gesellschaft prägten viele Diskussionen des DAV-Kongresses. Wird durch die KI der Status des Menschen als Mensch in Frage gestellt? Wie kann das Dilemma von Arbeitserleichterung versus Deskilling gelöst werden? Werden wir uns künstlichen Algorithmen ergeben oder unsere besonderen Merkmale als Menschen, selbstständiges Denken und Empathie, bewahren? Befinden wir uns in einer Krise des Humanen? Der Leitgedanke des Humanismus reagierte mit Erasmus von Rotterdam, Wilhelm von Humboldt und dem sogenannten dritten Humanismus während der Weimarer Republik (Werner Jaeger) auf gesellschaftliche Krisen. Mittels des Logos, dem griechischen Begriff für menschliche Vernunft und Sprache, ging es den Humanisten immer darum, das Denken als besondere Fähigkeit des Menschen möglichst umfassend auszubilden. Somit ergibt sich gemäß dem Satz des Schulpädagogen Klaus Zierer das Paradoxon: „Die Stärke der digitalen Welt steht auf den Schultern der analogen Welt.“
Latein und Griechisch profitieren in Wissenschaft und Unterricht, so in der Papyrologie, erheblich von KI. Den Gefahren von KI kann der in erster Linie analoge altsprachliche Unterricht wirkungsvoll begegnen. Somit dürften diese Schulfächer, die für Sprachbildung und selbstständig kritisches Denken stehen, in Zukunft für unsere Demokratie weiter an Wichtigkeit gewinnen.
Rede der Vorsitzenden zur Eröffnung des Bundeskongresses in Frankfurt am Main, 7. April 2026
Worin liegt die wichtigste Demokratie-bildende Leistung des altsprachlichen Unterrichts für unsere Gesellschaft?
Das, meine Damen und Herren, und ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich den Weg hierher gefunden haben, das ist die Leitfrage unseres Kongresses - und es ist auch eine der zentralen Leitfragen unserer programmatischen Arbeit als Fachverband für Griechisch und Latein an Schulen und Universitäten.
Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Pirker, vielen Dank, dass Sie als Hausherrin uns hier persönlich begrüßen und bereits im Kongressbegleiter in Ihrem Grußwort betont haben, dass „die Alten Sprachen – Latein und Griechisch – […] immer noch ein wichtiger Schlüssel zu Grundtexten und Grundbedingungen der europäischen Kultur und Wissenschaft <sind> und erst die Kenntnis dieser Sprachen […] den fundierten wissenschaftlichen Umgang mit unserer Welt“ ermöglicht.
Als ehemalige Schülerin des Uhland-Gymnasiums in Tübingen und Theologin wissen Sie natürlich um den Wert.
Wir freuen uns außerordentlich, dass die Universität Frankfurt sich so sehr dafür einsetzt, dass die Grundlagen dessen, wo unsere Begriffe von Demokratie, Politik, Wettbewerb als agonalem Prinzip, Concordia, Harmonia, consensus omnium als Ziel zur Überwindung von Spaltungen in unserer Gesellschaft und nicht zuletzt das Nachdenken über Tugenden, die den Einzelnen befähigen, die Verwirklichung seines bestmöglichen Ichs anzustreben, um schließlich wahre Eudaimonia zu erreichen, dass also die Universität Frankfurt sich dafür einsetzt, dass die Antike auf der Basis der Arbeit mit den Originalen auch weiterhin ihre Orientierungsfunktion in unserer Gesellschaft und – hier lokal - den vielen humanistischen Gymnasien in Stadt und Umland Frankfurts entfalten kann! Und – so unser Wunsch: Möge das dementsprechend auch bei der Frage des Erhaltes der dafür notwendigen Professuren seinen Ausdruck finden!
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Lösel, ganz besonders freuen wir uns, durch Sie die Wertschätzung der Landesregierung überbracht zu erhalten! Bitte übermitteln Sie unserem Schirmherrn, dem Ministerpräsidenten Boris Rhein, unseren ganz herzlichen Dank für sein Grußwort für den Kongressbegleiter, das von echter Liebe zu den Alten Sprachen und der humanistischen Bildung Zeugnis ablegt, der ja selbst an einem unserer Tagungsorte, dem Lessing-Gymnasium, zur Schule gegangen ist, und der durch die explizite Nennung der Förderung des Latein- und Griechisch-Unterrichtes im Koalitionsvertrag (Passage auf der Folie) als politischem Ziel der Landesregierung deutlich gemacht hat, dass es sich dabei für ihn nicht nur um eine schöne Floskel für Festtagsreden und Grußworte, sondern um ein Grundprinzip der hessischen Politik handelt!
Im Herzen von Europa wollen wir Schulen ermutigen und besonders fördern, die sich der europäischen Mehrsprachigkeit – einschließlich der alten europäischen Kultursprachen Latein und Griechisch – widmen. Wir wollen weiterführenden Schulen mit diesem Profil besondere Möglichkeiten zur Erweiterung der Stundentafel, zum Ausbau eines entsprechenden Fächerangebots und zur Beschulung interessierter Kinder auch jenseits des Schulträgerbezirks bieten. (Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD für die 21. Legislaturperiode 2024-2029, S.14)
Und als Bundesverband freut es uns außerordentlich, dass eine so enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und dem Hessischen Altphilologenverband besteht, dessen Vorsitzende, Frau Dr. Marion Clausen vom Philippinum in Marburg, ich an dieser Stelle ganz herzlich begrüßen möchte!
Und wir würden uns sehr freuen, wenn Sie, lieber Herr Staatssekretär Dr. Lösel, unserem Schirmherrn unseren großen Dank zurückmeldeten, dass er in diesem Sinne auch auf seinen Wissenschaftsminister einwirkt, um die entsprechende Ausstattung der Goethe-Universität mit einer Professur für Griechisch und einer für Latein als Mindestbestand zu erhalten!
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Dr. Eskandari-Grünberg,
wir freuen uns sehr, dass Sie uns die Wertschätzung der Stadt Frankfurt am Main überbringen, einer Stadt, die ihren Stolz auf ihre Anfänge als römische Stadt (Nida) mit vielen Museen und Grabungsprojekten engagiert pflegt und mit dem Liebieghaus, um nur ein Beispiel zu nennen, über ein ganz außerordentliches exemplum stadtbürgerschaftlichen Kulturmäzenatentums mit dem Schwerpunkt auf der antiken Skulptur und ihrer Rezeption verfügt!
Sie selbst stammen ja aus einer Weltregion, deren Kultur viel älter ist als die der Stadt Frankfurt – und in der Herodot die erste schriftlich dargestellte Verfassungsdebatte der Weltgeschichte verortet! (Wir haben hier jetzt keine Zeit, das Für und Wider der Historizitätsfrage zu erörtern – und es gibt mehrere Vorträge und Arbeitskreise, die diesen locus classicus in unterschiedlicher Weise beleuchten -, es sei hier nur angemerkt, dass die Erörterung dieser Frage: „Ist diese Verfassungsdebatte historisch denkbar oder nicht?“ ein großartiges Beispiel demokratiebildenden altsprachlichen Unterrichts ist.)
Und ganz besonders freue ich mich, die Vertreter unserer befreundeten Verbände begrüßen zu dürfen, für die Mommsen-Gesellschaft Herrn Prof. Hammerstaedt, und für die Euroclassica Herrn Prof. Christian Laes!
Und als absoluten Höhepunkt – the unsurpassable highlight – und deshalb sind Sie ja alle heute hier – I am inexpressibly happy about this momentum felicissimum that I may have the pleasure (and the honour!) to greet here in Frankfurt, you, dear Mary, and also your laudator, you, dear Llewelyn, Classics Professor emerita of Cambridge and Classics Professor of Oxford!

Und bevor ich gleich das Wort an den Vorsitzenden des Ortskomitees übergebe, Herrn Prof. Bernsdorff, ohne dessen riesiges Engagement dieser Kongress nicht hätte stattfinden können – Dank dafür! –, erlauben Sie mir, noch einen politischen Punkt und zwei inhaltliche als Ansatz zur Beantwortung der Leitfrage:
Zum Politischen: Der DAV ist auch selbst politischer Akteur. Und unser politisches Gewicht steigt mit der Zahl unserer Mitglieder… Daher: Werden Sie Mitglied, falls Sie es noch nicht sind! Und werben Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen!
Österreich hat uns vorgemacht, wie man einen bildungspolitischen Konflikt mit den Mächtigen gewinnen kann: - Peter Glatz, der Vorsitzende des österreichischen Altphilologenverbandes wird hier einen Arbeitskreis dazu halten! - Öffentlichkeitswirksamer Rücktritt der Lehrplankommission – schon ist man in den landesweiten Nachrichten, Petition mit Unterschriften von Nobelpreisträgern und anderen Geistesgrößen völlig anderer Fächer, welche die allgemeinbildende Wirkung unserer altsprachlichen Fächer zeigen, unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit – bis hin zum Sieg erst in der Sache und dann auch über das Narrativ der Politik: Hatte zuerst der Minister es noch geschafft, den Eindruck zu vermitteln, dass er sich doch mit irgendeinem Aspekt durchgesetzt habe, - und sah es zunächst so aus, als werde ihm dieser face-saving Exit gestattet, so hat es jetzt der Verband sogar geschafft, dieses Narrativ zu drehen: „Latein ist gerettet!“ „Die Stundentafel kann so bleiben, wie sie ist!“ Das sind jetzt die Schlagzeilen in Presse und Fernsehen!
In Niedersachsen, wo das Kultusministerium derzeit plant, den Rechtsanspruch auf die Belegungsmöglichkeit anderer FS als Englisch in der Oberstufe zu beseitigen – und damit aufgrund der fehlenden Stunden an den Schulen de facto deren Abschaffung -, ist es durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit immerhin gelungen, dass die Opposition einen Entschließungsantrag zum Stoppen dieser Reform mit Verweis auf die Fremdsprachenproblematik in den Landtag eingebracht hat, so dass es damit auch dort eine umfangreichere Berichterstattung gab, aber dort ist die Kuh noch nicht vom Eis....
Nun noch zu den zwei inhaltlichen Punkten:
Was also sind unsere programmatischen Anliegen als Fachverband für Griechisch und Latein hinsichtlich der Demokratie-Bildung?
Auf der einen Seite verstehen wir unsere Sprachbildungsleistung in den altsprachlichen Fächern als _wie man heute sagt - Empowerment für unsere Schülerinnen und Schüler, indem wir sie durch das Proprium unserer Fächer, nämlich mittels der Anleitung zum präzisen Übersetzen, sprachlich in den Stand versetzen, über diejenige Sprachkompetenz zu verfügen, die für eine gleichberechtigte Teilhabe nicht nur an geistesgeschichtlichen Diskursen, (wie wir sie im Feuilleton unserer großen Zeitungen finden), sondern an allen Bereichen des beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens unabdingbare Voraussetzung ist.
Und lassen Sie mich in puncto des EPA- und Leistungsmessungsdiskurses hier nur kurz anmerken: Es ist ein Missverständnis, zu glauben, bei der Übersetzungsaufgabe gehe es in erster Linie um Textverständniskompetenz. Textverständnis, Interpretation und Übersetzung sind selbstverständlich, niemand bestreitet das, aufs engste miteinander verbunden. Nur weil wir im Zweifelsfall bei der Gewichtung grammatischer oder syntaktischer Fehler die Entstellung des Textsinnes heranziehen, heißt das nicht, dass es bei der Übersetzungsaufgabe in erster Linie um den Nachweis von Textverständnis gehe. Vielmehr geht es hier um den Nachweis von Übersetzungskompetenz. Diese hat letztlich Sprachbildung zum Ziel.
Und dann gibt es noch ein beliebtes Sprachspiel der „Leistungsmessungswissenschaft“: Die Zuweisung von AFBs, sogenannten Anforderungsbereichen. Gibt es jemanden, der ernsthaft behaupten möchte, die Übersetzung des Satzes: „Senator ad curiam venit“ erfordere eine Urteilskompetenz des AFB III? Hier geht es doch um reine Reproduktion auswendig gelernter Vokabeln. Lassen Sie uns das mit der Aufgabe 1 im Fach Geschichte vergleichen: Das Erfassen der zentralen Aussage eines komplexen deutschsprachigen Textes, die Erarbeitung der Argumentationsstruktur und die angemessene schriftliche Wiedergabe dieses Erarbeitungsprozesses wird als AFB I klassifiziert. Wer versteht das?
Die Übersetzungskompetenz, die erforderlich ist, um einen einigermaßen komplexen lateinischen oder griechischen Text im Deutschen angemessen wiederzugeben scheint mir durchaus vergleichbar mit der historischen Einordnungskompetenz im Fach Geschichte, wenn ein historischer Quellentext in seine historischen Kontexte eingeordnet wird. Auch da ist einiges an Urteilskompetenz vonnöten, das Ganze wird dem AFB II zugeordnet.
Hierbei möchte ich es für heute belassen, nicht nur Euripides verfasste seine Texte mehr dazu, Irritationen zu wecken und Fragen offen zu lassen (freuen Sie sich auf das neue Forum Classicum, da erfahren Sie mehr dazu!), auch hier soll es erst einmal um Erschütterung von vermeintlichen Selbstverständlichkeiten gehen…
Soviel zum Bereich Sprachbildung.
Auf der anderen Seite beanspruchen wir eine Orientierungsfunktion durch die Beschäftigung mit den antiken Texten, gerade weil wir sie nicht als Idealbild anbeten – wie es manchmal als Vorwurf erhoben wird - und wie bei vielen Vorwürfen, werden auch hier eher Pappkameraden aufgestellt, die man dann mit Genuss umwerfen kann -, sondern weil wir uns gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern kritisch und hermeneutisch mit ihnen auseinandersetzen, ihre Positionen zu verstehen und einzuordnen suchen und gerade dadurch ein besseres Verständnis unserer eigenen Situationen erhalten, sei das in Geschlechterrollenzuschreibungen, sei es in Konfliktanalysen, in biographischen Vergleichen oder in Friedens- und Konfliktlösungsansätzen – und auch in kritischen Auseinandersetzungen mit der Staatsform Demokratie: Wer einerseits, wie Thukydides im Epitaphios, das hohe Lob seines demokratischen Gemeinwesens singt, darf und muss vielleicht sogar, andererseits auch Auswüchse der Demagogie benennen dürfen, ohne als Feind der Demokratie abgetan zu werden – was wäre heute aktueller?
Oder auch, ganz aktuell, in der Frage, wie wir angesichts sogenannter künstlicher Intelligenz das Humanum und den Humanismus neu bestimmen müssen. (Prof. Bernsdorff wird dazu einen Vortrag halten, auf den ich schon sehr gespannt bin!)
Allen diesen exempla ist gemeinsam, dass man die Orientierungsfunktion nur durch beipielhafte Beschäftigung mit den konkreten Texten gewinnt und zeigen kann – und genau das werden unsere großartigen Referentinnen und Referenten, die ich hier auch ganz herzlich begrüße, in den nächsten Tagen mit Ihnen gemeinsam tun!
Damit ist der Kongress eröffnet.
Und, last but not least, möchte ich unseren Dank gegenüber unseren Sponsoren gebührend zum Ausdruck bringen: Wir danken den Freunden und Förderern der Goethe-Universität und der Schleicher-Stiftung für die großzügige Unterstützung des Kongresses!
Und dem Ernst Klett Verlag, unserem Hauptsponsor, dafür, dass er uns den Empfang finanziert, zu dem Sie alle im Anschluss ganz herzlich eingeladen sind!
Rita Süssmuth, Trägerin des Humanismuspreises des DAV 2018, verstorben
Am 1. Februar 2026 ist Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin verstorben. Im Jahr 2018 verlieh ihr der DAV den Humanismuspreis, der ihr im Rahmen des Saarbrücker Kongresses überreicht wurde.
In der damaligen Begründung hieß es: „Sie hat sich als Katholikin aus ihrem christlichen Glauben heraus nachdrücklich für die Rechte der Frauen und für die Familien in der Welt von heute eingesetzt. Als mit AIDS und HIV neue existentielle Gefährdungen entstanden waren, hat sie sich mutig gegen die Krankheit und für die Betroffenen engagiert und ist gegen jede Form von Ausgrenzung vorgegangen. Schon früh hat sie die Bedeutung von Zuwanderung und Migration erkannt und versucht, Antworten auf diese drängenden Herausforderungen zu finden. Darüber hinaus ist ihr auch die dauerhafte Aussöhnung mit Polen ein tiefes Anliegen.“
Dem ist auch im Abstand von acht Jahren nichts hinzuzufügen, allenfalls die Tatsache, dass auch die persönliche Begegnung vor, während und nach der Preisverleihung zu tiefst beeindruckt hat.
Der DAV ist stolz darauf, dass sie unter so zahlreichen Ehrungen auch unseren Preis angenommen hat, und wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Ulrich Schmitzer (2018 Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des DAV)
AD ASTRA – Innovationen für den Unterricht Nachwuchswettbewerb für Latein und Griechisch

Der Deutsche Altphilologenverband (DAV) und der Ernst Klett Verlag schreiben für das Jahr 2025/26 zum vierten Mal den Nachwuchswettbewerb für Latein und Griechisch aus. Dieser Wettbewerb AD ASTRA richtet sich an junge Lehrkräfte im Referendariat sowie in den ersten fünf Berufsjahren.
Eingereicht werden kann eine eigene und in der Praxis selbst erprobte Idee, die ein innovatives Element enthält: eine kluge, clevere und vielleicht auch mutige methodische oder didaktische Neuerung. Diese Idee sollte das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellen, die Freude am Fach wecken und auf andere Lerngruppen übertragbar sein. Die Idee muss schlüssig, überzeugend und nachvollziehbar dargestellt werden.
Was ist einzureichen?
- Deckblatt (Name und Anschrift der Schule / Thema / Jahrgangsstufe(n) / Postanschrift, Telefonnummer und
- Mail-Adresse der Bewerberin / des Bewerbers),
- Darstellung der Idee und ihrer Umsetzung unter Benennung des innovativen Elements, max. 3 Seiten DIN A4 (PDF),
- Unterrichtsmaterialien (PDF, PPT, MPEG, MP3, MP4 etc.) als Anhang unter Angabe der verwendeten Quellen und
- Literatur, insgesamt max. 15 MB,
- Bestätigung des Bewerbers / der Bewerberin, dass es sich um eine eigene und selbst erprobte Idee handelt,
- Kurzvita (im Schuldienst seit …).
Teilnahmebedingungen:
Lehrkräfte im Referendariat können prüfungsrelevante Lerneinheiten aus ihren schriftlichen Arbeiten und Lehrproben vor dem Abschluss der Ausbildung weder in Teilen noch als Ganzes einreichen. Eine Jury aus Fachleuten des DAV und des Ernst Klett Verlages trifft eine Auswahl aus den Einsendungen und befindet über die Zuerkennung der Preise. Das Preisgeld wird vom Ernst Klett Verlag gestiftet. Für Platz eins werden 750 €, für Platz zwei 500 € und für Platz drei 250 € ausgelobt.
Die Verleihung der Preise findet im Rahmen des DAV-Kongresses in Frankfurt/Main im Frühjahr 2026 statt. Im Falle der Platzierung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Kongress ein geladen, um ihre Idee vorzustellen. Ferner wird die Veröffentlichung der prämierten Ideen angestrebt.
Der Beitrag ist einzureichen per E-Mail an:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einsendeschluss ist der 31.10.2025. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
+++ Herzlichen Dank an alle Lehrerinnen und Lehrer, die beim diesjährigen Wettbewerb AD ASTRA Arbeiten eingereicht haben.
Leider gab es bei der Übermittlung temporär technische Schwierigkeiten. Daher könnte es sein, dass nicht alle eingereichten Arbeiten bei uns angekommen sind.
Wir möchten alle, die keine Eingangsbestätigung von mir erhalten haben, bitten, Ihren Beitrag zeitnah noch einmal mit Angabe des ursprünglichen Einsendedatums an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu senden.
Vielen Dank.
Für die Jury: Hartmut Loos +++
Grußwort der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Deutschen Altphilologenverbands
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Mitglieder des Deutschen Altphilologenverbands,
meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Jubiläum! Seit nunmehr 100 Jahren setzen Sie sich leidenschaftlich und kompetent für die Vermittlung und Pflege der alten Sprachen Latein und Griechisch ein – Sprachen, die weit mehr sind als Relikte der Vergangenheit.
Auch heute noch bilden sie das Fundament in vielen Berufen– etwa in der Medizin, der Rechtswissenschaft, der Theologie oder der Archäologie. Gleichzeitig öffnen sie uns das Tor zu einer Welt, in der zentrale Fragen unseres Menschseins erstmals systematisch gestellt und beantwortet wurden. Die Gedanken eines Sokrates zur Ethik, die Rhetorik einer Aspasia oder die philosophische Gelassenheit eines Senecas sind zeitlos und wirken bis heute in unser demokratisches Selbstverständnis hinein. Sie fordern uns auf, kritisch zu denken, Argumente abzuwägen und Verantwortung zu übernehmen – Fähigkeiten, die in einer komplexen, globalisierten Welt für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind. Um aus der Vergangenheit zu lernen, müssen wir sie begreifen. Dafür brauchen wir das Verständnis alter Sprachen und müssen dieses bewahren und weiterentwickeln.
Besonders erfreut bin ich über aktuelle wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass diese Sprachen nicht nur kulturelle Bildung vermitteln, sondern auch Brücken für Kinder aus sozial benachteiligten Familien bauen können. Hier verbinden sich Bildungsgerechtigkeit und kulturelles Erbe auf vorbildliche Weise.
Nicht zuletzt möchte ich diese Gelegenheit nutzen, dem Deutschen Altphilologenverband für die Unterstützung des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen und die hiermit verbundene Stärkung der Vielfältigkeit unseres Bildungssystems zu danken. Möge der Verband auch in den kommenden Jahrzehnten mit gleicher Kraft und Überzeugung wirken – als Hüter eines einmaligen Schatzes und als Gestalter einer Bildung, die Herkunft, Sprache und Kultur miteinander verbindet.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 100-jährigen Bestehen!
Mit freundlichen Grüßen
Karin Prien
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Tag der Offenen Tür des Bundesbildungsministeriums
Beim Tag der Offenen Tür des Bundesbildungsministeriums am 26.8.2025bezeichnete unsere neue Bundesbildungsminsterin Karin Prien sich als ein großer Fan von Latein - nicht nur habe es ihr persönlich viel gebracht, auch ihre Kinder habe sie ganz bewusst auf ein humanistisches Gymnasium geschickt! Und das habe nicht nur mit Sprachbildung zu tun.


