Juni 2026

der Societas Philologorum Polonorum in Wroclaw 13. bis 26. Juli 2026 (man kann auch für eine Woche teilnehmen) für verschiedene Niveaus: https://wratislavia.ptf.edu.pl/index.php/la/scholae-aestivae-mmxxvi/

1. bis 8. August 2026 als niedrigschwelliges Angebot auch für Anfänger (tirones) und alle Altersgruppen zwischen 12 und 85 Jahren: www.lateinwochen.de

Für einen Betrag von nur 180 £ kann man vom 27. Bis 31. Juli an einem der Kurse der Summer School in Homer teilnehmen:

https://www.ucl.ac.uk/arts-humanities/classics/study/outreach-and-summer-schools/summer-schools/summer-school-homer-2026

Die von unserem europäischen Dachverband Euroclassica gehostete Academia Homerica findet zum 21. Mal in Athen und Chios statt. Vom 10.–19. Juli 2026 können die Teilnehmer/innen Homer auf seiner Heimatinsel im Original lesen, Homer-Philologie betreiben oder Neugriechisch lernen. Anmeldungen sind noch bis zum 30. Mai möglich. Interessierte Nachzügler/innen schreiben bitte direkt an die Direktorin der Academia Homerica, Frau Dr. Giatrakou.

Unsere Partner-Organisation in Georgien lädt zur diesjährigen Euroclassica-Konferenz nach Tbilissi. Vom 19.–22. August 2026 soll es neben der obligatorischen Euroclassica-Delegiertenversammlung auch fachdidaktische Vorträge und spannende Exkursionen in die Antikenmuseen von Tbilissi und Vani, zur  Ausgrabungsstätte Dzalisi und zum Weltkulturerbe nach Mtsheka geben. Herzliche Einladung, Fachdidaktik und Altertumswissenschaften in der Kolchis kennenzulernen! Ein erneuter Diebstahl des Goldenen Vlieses ist nicht vorgesehen.

Insgesamt 552 Schüler/innen aus 24 deutschen Schulen haben in diesem Schuljahr am European Certificate of Classical Language (ECCL) teilgenommen. Von ihnen errangen 11 Teilnehmer/innen eine Gold-, 55 eine Silber- und 116 eine Bronze-Medaille. Herzliche Glückwünsche an die Erfolgreichen und ein großes Dankeschön an die Lehrkräfte im Hintergrund, die diesen Erfolg erst ermöglicht haben. Das ECCL wird von der Euroclassica, der europäischen Dachorganisation altsprachlicher Verbände, organisiert. Schüler/innen können sich in Latein oder Altgriechisch auf jeweils zwei Schwierigkeitsstufen beweisen.

Aus Deutschland haben – aufgeschlüsselt nach Bundesländern – teilgenommen:

Nordrhein-Westfalen: 6 Schulen (Städtisches Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen, Heilig-Geist-Gymnasium Würselen, Städtisches Gymnasium Steinheim, Gymnasium St. Christophorus Werne, Lessing-Gymnasium Bochum-Langendreer, Neues Gymnasium Bochum)

Sachsen-Anhalt: 4 Schulen (Burgstadtgymnasium Querfurt, Geschwister-Scholl-Gymnasium Zeitz, Norbertusgymnasium Magdeburg, Hans-Dietrich-Genscher-Gymnasium Halle)

Brandenburg: 3 Schulen (Gymnasium „Alexander von Humboldt“ Eberswalde, Humboldt-Gymnasium Potsdam, Gymnasium auf den Seelower Höhen)

Niedersachsen: 3 Schulen (Domgymnasium Verden, Gymnasium Syke, Halepaghen-Schule Buxtehude)

Bayern: 2 Schulen (Spessart-Gymnasium Alzenau, Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen)

Berlin: 2 Schulen (Askanisches Gymnasium Berlin, Europäisches Gymnasium „Bertha von Suttner“)

Mecklenburg-Vorpommern: 1 Schule (Große Stadtschule Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar)

Rheinland-Pfalz: 1 Schule (Gymnasium Traben-Trarbach)

Saarland: 1 Schule (Hochwald-Gymnasium Wadern)

Deutsche Auslandsschulen: 1 Schule (Deutsche Schule Stockholm)

Am 02./03. Oktober 2026 wird es auf dem zweijährlichen Landesfachtag Sachsen-Anhalt um „Aktives und aktivierendes Latein“ gehen. In der Lutherstadt Wittenberg werden wir unter Anleitung erfahrener Lehrpersonen (die sich allesamt im aktiven Schuldienst befinden) Latein sprechen, schreiben und spielen. Zu lernen gibt es auch, wie eine „latinistische“ Actionbound erstellt werden kann. Interessenten/innen aus anderen Bundesländern sind herzlich willkommen und wenden sich bitte an den DAV-Landesvorstand Sachsen-Anhalt.

Petra Schierl ist die neue Professorin für Latinistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der DAV-Landesverband Sachsen-Anhalt freut sich, mit Frau Schierl eine Latinistik-Hochschullehrerin in seinen Reihen zu wissen, die sich auch die Außenwirkung ihres Faches auf die Fahnen geschrieben hat und die an der Arbeit des DAV teilnehmen wird. Herzlichen Glückwunsch zur Berufung! Zuvor war Halle in die Schlagzeilen der altsprachlichen Community geraten, weil die Universität den Griechisch-Lehrstuhl – jenen von Melanchthon! – nicht wieder besetzen möchte.

Antike exempla et errores für uns heute – das Demokratie-Thema prägte den Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes in Frankfurt Rund 500 Lehrkräfte der Fächer Latein und Griechisch aus allen Bundesländern haben beim DAV Bundeskongress zur Frage der Bedeutung von Latein- und Griechisch-Unterricht für die politische Bildung gearbeitet. Vom 7. bis 11. April 2026 ging es an der Frankfurter Goethe-Universität um den Leitgedanken „Aus der Antike lernen für die Demokratie von heute und morgen – exempla et errores“. Die Hessische Landesregierung will gemäß Koalitionsvertrag „Schulen besonders fördern, die sich der europäischen Mehrsprachigkeit – einschließlich der alten europäischen Kultursprachen Latein und Griechisch – widmen“. Darauf wies Katja Sommer als DAV-Bundesvorsitzende hin und verwies auch auf das Konzept zur Begabtenförderung in Mecklenburg-Vorpommern, wo das Fach Altgriechisch an Schwerpunktschulen besonders gefördert wird. Mit dem Humanismuspreis des DAV wurde die „berühmteste Althistorikerin der Welt“ (so die FAZ 2025), die britische Altertumswissenschaftlerin und Publizistin Mary Beard, geehrt. Mit drei Ad-Astra-Preisen des DAV wurden junge Lehrkräfte prämiert für besondere Unterrichtskonzepte der Einbeziehung von griechischer Musik, von modernen Graffiti und von KI. Die öffentliche Podiumsdiskussion zum Kongress-Thema zeigte, dass wir die antiken Denkkonzepte und Erfahrungen modellhaft zum Vergleich nutzen können, um in gegenwärtigen Krisen gute Entscheidungen treffen zu können. Die Antike als Reflexionsraum für politische und gesellschaftliche Fragen unserer Gegenwart war Thema in rund 75 Fachvorträgen und Arbeitskreisen des Kongresses. Der griechische Historiker Herodot beschreibt, wie Griechen und Perser u.a. bei der Schlacht von Marathon zu überlegten Entscheidungen kamen. Der Dichter Homer erzählt in seinem Epos über den Trojanischen Krieg von Zorn und humanem Mitgefühl, wenn er den Griechen Achilleus charakterisiert, und warnt mit sezierenden Schlachtbeschreibungen vor Krieg und dessen traumatisierenden Folgen. Neuere Forschungen in Archäologie und Alte Geschichte zeigen etwa am Beispiel der vielfachen Facetten weiblicher Partizipation in der Antike, wie sehr weit verbreitete heutige Vorstellungen revidiert werden müssen. Bei der Darstellung der römischen Kaiser in den Biographien des römischen Autors Sueton sehen wir, wie politisch auch scheinbar nur Privates gedeutet wird. Die epochalen Auswirkungen von generativen Schreibprogrammen, also „künstlicher Intelligenz“, auf unsere Gesellschaft prägten viele Diskussionen des DAV-Kongresses. Wird durch die KI der Status des Menschen als Mensch in Frage gestellt? Wie kann das Dilemma von Arbeitserleichterung versus Deskilling gelöst werden? Werden wir uns künstlichen Algorithmen ergeben oder unsere besonderen Merkmale als Menschen, selbstständiges Denken und Empathie, bewahren? Befinden wir uns in einer Krise des Humanen? Der Leitgedanke des Humanismus reagierte mit Erasmus von Rotterdam, Wilhelm von Humboldt und dem sogenannten dritten Humanismus während der Weimarer Republik (Werner Jaeger) auf gesellschaftliche Krisen. Mittels des Logos, dem griechischen Begriff für menschliche Vernunft und Sprache, ging es den Humanisten immer darum, das Denken als besondere Fähigkeit des Menschen möglichst umfassend auszubilden. Somit ergibt sich gemäß dem Satz des Schulpädagogen Klaus Zierer das Paradoxon: „Die Stärke der digitalen Welt steht auf den Schultern der analogen Welt.“ Latein und Griechisch profitieren in Wissenschaft und Unterricht, so in der Papyrologie, erheblich von KI. Den Gefahren von KI kann der in erster Linie analoge altsprachliche Unterricht wirkungsvoll begegnen. Somit dürften diese Schulfächer, die für Sprachbildung und selbstständig kritisches Denken stehen, in Zukunft für unsere Demokratie weiter an Wichtigkeit gewinnen.