In Summe geht das Reformvorhaben am Problemkern vorbei. Die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler schleppen große Mängel in den Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen beim Übertritt an die weiterführenden Schulen mit. Spätfolgen der Corona-Krise und über Jahre nie konsequent angegangene grundlegende strukturelle Probleme an den Grundschulen bilden die jüngsten IGLU- und IQB-Studien in nüchterne Zahlen ab.

Im Unterschied zum grundsätzlich zu begrüßenden Vorhaben, die Qualifikationsphase (Jahrgänge 12 und 13) v.a. durch die Auflösung der Profilbindung zu reformieren – zu kritisieren sind dabei die Reduktion schriftlicher Leistungsanforderungen und die Abschaffung des Seminarfaches, weil beide Vorhaben die Vorbereitung auf Anforderungen der Universitäten erschweren – beurteilen wir das Reformvorhaben für die Einführungsphase (Jahrgang 11) als schulpolitisch überhaupt nicht angezeigt und als gesellschaftspolitisch sogar äußerst kontraproduktiv. Für Niedersachsen als Hochtechnologieland brauchen wir einen stabil allgemeinbildenden elften Jahrgang, am besten mit einer um die bisher zur Wahl stehenden zwei Wochenstunden Informatik als verbindlichen Unterricht, damit alle Schüler:innen hier die für Universität und Berufsleben notwendigen Fertigkeiten erwerben können.

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