Deutscher Altphilologenverband

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Deutscher Altphilologenverband

Petition: Erhalt der Alten Sprachen am Görres-Gymnasium Koblenz

Die Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft bittet um Ihre Unterstützung: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-der-altsprachlichkeit-des-goerres-gymnasiums-koblenz

Deutscher Lehrkräftepreis an Michael Stierstorfer

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Dr. Michael Stierstorfer - uns allen gut bekannt durch seine großartigen Workshops und Vorträge gemeinsam mit Prof. Markus Janka auf den DAV-Kongressen - ist einer der zehn beliebtesten Lehrer Deutschlands!! 
Hier bei der Preisverleihung in Berlin mit Feierunterstützung von Prof. Janka (re) sowie vom Bundesvorstand des DAV Dr. Stefan Faller und Dr. Katja Sommer.

Mehr Informationen: https://www.lehrkraeftepreis.de/preistraeger/dr-michael-stierstorfer-2024/

Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2025: DAV-Sonderpreis

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Beim diesjährigen Finale des SoloPlus-Wettbewerbs des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen in Kiel überreichte die Bundesvorsitzende den Sonderpreis des DAV für herausragende Leistungen in Latein an Angelina Matschiner (Jg.12) aus München! Wir gratulieren ihr und allen anderen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich!

Bundeskongress 2026 in Frankfurt/Main

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Der Bundeskongress 2026 wird wieder in der Woche nach Ostern stattfinden:

07.-11. April 2026. Veranstaltungsort ist Frankfurt/Main. Das Motto wird lauten:

„Aus der Antike lernen für die Demokratie von heute und morgen: exempla et errores“

Eine Anmeldung ist nur noch vor Ort in Frankfurt am Main im Kongressbüro möglich (Raum IG 454 im IG-Farbengebäude, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60629 Frankfurt am Main).

Das Programm finden Sie » hier.

Festveranstaltung: 100 Jahre DAV (19.9./20.9. in Berlin)

Der DAV wird 100 Jahre und möchte feiern – und zwar an seinem Entstehungsort Berlin. Tragen Sie sich den Termin jetzt ein, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Geplantes Programm

Am Freitagabend (19.9., 18 Uhr) gibt es eine Rückschau auf die Anfänge des Verbands und die ersten 100 Jahre mit Vorträgen von Stefan Kipf und Ulrich Schmitzer.

Am Samstag, dem 20. September 2025, findet zum 100jährigen Bestehen des DAV von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr ein Festakt mit Podiumsdiskussion im Senatssaal der Humboldt Universität zu Berlin statt! Vertreter aus Kultur, Wissenschaft, Bildungsforschung und Zivilgesellschaft diskutieren über die Frage der Relevanz der Antike und der Fächer Griechisch und Latein für die Persönlichkeitsbildung des einzelnen und für unsere Gesellschaft als ganze!

Am Nachmittag des 20.9. genießen Sie eine Führung im Alten Museum (15 Uhr), die Aufführung des Zorn des Achill nach Homer (17 Uhr), die Vorstellung der Festschrift für unseren ehemaligen Vorsitzenden Prof. Bernhard Zimmermann (18.15 Uhr) und einen anschließenden Empfang in der James-Simon-Galerie!

Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltungen sind kostenfrei. Feiern Sie mit! Celebrate!

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Nachhaltigkeit über Antike vermitteln: Interview mit Katja Sommer, DAV (Deutschlandfunk)

Das vollständige Interview mit der Vorsitzenden des Deutschen Altphilologenverbandes können Sie hier nachhören:

https://www.deutschlandfunk.de/nachhaltigkeit-ueber-antike-vermitteln-int-katja-sommer-altphilologenverband-dlf-181adaea-100.html

AD ASTRA fördert Altsprachlichen Unterricht

Stuttgart, 3. April 2024 – Der Nachwuchswettbewerb AD ASTRA, zum dritten Mal ausgerufen durch den Ernst Klett Verlag und den Deutschen Altphilologenverband, zeichnet herausragende Ideen für einen modernen Unterricht in den Fächern Latein und Altgriechisch aus. Nun wurden die drei Siegerarbeiten bekannt gegeben.

Der Wettbewerb AD ASTRA fördert innovative Unterrichtsideen im altsprachlichen Unterricht und dient dazu, junge Lehrkräfte zu unterstützen sowie Schülerinnen und Schüler für die altsprachlichen Fächer zu begeistern. Die Preisträger wurden nun im Rahmen des jüngsten Kongresses des Altphilologischen Verbandes in Wuppertal vorgestellt.

Im Bild von li. nach re.: Hartmut Loos (DAV), Marc Göbel, Patricia Ruckgaber, Nico Frese, Melanie Sattler (Klett), Cordula Rodenberg (Klett), Dr. Anne Friedrich (DAV)

Marcel Göbel, Lehrer für Latein und Sport an der Carl-Zeiss-Oberschule Berlin, gewinnt den 1. Preis des Wettbewerbs AD ASTRA. Seine Arbeit „Lernspiele im Fach Latein – der ‚Spieleabend'“ fördert das soziale Lernen und schafft neue Anreize im Unterricht. Durch selbst entwickelte Spiele auf Basis bekannter Gesellschaftsspiele gestaltet er den Lateinunterricht erfolgreich und abwechslungsreich, so die Jury: „Göbels Ansatz kombiniert Spaß und Lernen, fördert Sprachkompetenz sowie persönliche und soziale Kompetenzen.“

Nico Frese vom Gymnasium am Markt in Bünde gewinnt den 2. Preis im Wettbewerb. Seine innovative Unterrichtseinheit nutzt künstliche Intelligenz, um den Geist des antiken Philosophen Seneca auf einem fiktionalen Instagram-Profil zum Leben zu erwecken. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kreativ mit Senecas Werken auseinander, lernen präzise Anweisungen für KI-Tools zu formulieren und reflektieren über Medien. Der Social-Media-Account integriert Latein in ihren Alltag und dient als Orientierungshilfe im Unterricht. Frese schafft damit eine schülernahe, digitalisierte Lernumgebung im Fach Latein.

Patricia Ruckgaber vom Wilhelms-Gymnasium in Stuttgart gewinnt den 3. Preis des Wettbewerbs. Ihre innovative Unterrichtsidee verknüpft antike Texte mit Storytelling, indem die Lernenden in eine fiktive Dialogsituation mit Sokrates eingebunden werden. Diese Methode fördert die aktive Teilnahme und Urteilsbildung und kann auf verschiedene Texte angewendet werden, um den Altsprachenunterricht lebendiger zu gestalten, urteilte die Jury.

Nachwuchslehrkräfte der Fächer Latein und Altgriechisch waren im Schuljahr 2023/24 zum dritten Mal dazu aufgerufen, sich mit innovativen Lerneinheiten am Wettbewerb AD ASTRA zu beteiligen. Die Verleihung der Preise fand am 2. April 2024 auf dem Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbands (DAV) statt. Das Preisgeld wurde vom Ernst Klett Verlag gestiftet. Der Wettbewerb „Ad Astra“ versteht sich als Engagement für den Lehrkräftenachwuchs in den altsprachlichen Fächern und wird alle zwei Jahre verliehen, zuletzt im Jahr 2022. Die prämierten Unterrichtseinheiten werden vom DAV bei Pegasus online (http://www.pegasus-onlinezeitschrift.de/) veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.klett.de/nachwuchswettbewerbe

Internationale Tagung: „Reading Classics? Second Language Acquisition & the Pedagogy of Ancient Greek and Latin“

Spracherwerb Latein und Griechisch – dieser für den altsprachlichen Unterricht grundlegendsten Frage widmet sich die internationale Tagung „Reading Classics? Second Language Acquisition & the Pedagogy of Ancient Greek and Latin“ am 16. und 17. Mai 2024 in Aix.

Das Programm findet sich hier zum Download. Den Zugang für die Teilnahme per Zoom erhält man beim Organisator Theodossios Polychronis [Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]

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DAV-Kongress 2024: Bildung, Entwicklung, Nachhaltigkeit - Latein und Griechisch

Anmeldung zum DAV-Kongress 2024 in Wuppertal abgeschlossen

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Der Kongress wird zum bewährten Termin nach Ostern vom 02. – 06. April 2024 an der Bergischen Universität Wuppertal stattinden. Die feierliche Eröffnung mit der Verleihung des Humansimuspreises an P. Klaus Mertes und der Laudatio durch die Schriftstellerin Nora Bossong findet am 2. April ab 18 Uhr statt, es folgt ein Empfang mit freundlicher Unterstützung des Klett-Verlages. Das weitere Programm mit Vorträgen, Arbeitskreisen, Exkursionen, dem Abend der Verlage (gestaltet von den Häusern Buchner, Cornelsen und Klett), einer Podiumsdiskussion und einem Filmabend sowie organisatorische Informationen finden sie hier.

Die Online-Anmeldung zum Kongress ist nunmehr beendet. Kurzentschlossene sind herzlich eingeladen, direkt zum Kongress ins Tagungsbüro (» Lageskizze hier) zu kommen und sich für den ganzen Kongress anzumelden (DAV-Mitglieder 50 €, Nichtmitglieder 80 €, kostenlos für Studierende, Referendarinnen und Referendare, arbeitslose Lehrkräfte) oder eine Tageskarte (DAV-Mitglieder 20 €, Nichtmitglieder 30 €, kostenlos für die gerade erwähnte Gruppe) zu erwerben. Öffentlich zugänglich sind folgende Veranstaltungen:

  • die feierliche Eröffnung des Kongresses mit Verleihung des Humanismuspreises an P. Klaus Mertes SJ mit Laudatio durch Nora Bossong am Dienstag, den 02.04.2024, um 18 Uhr (Hörsaal 33, https://www.uni-wuppertal.de/fileadmin/data/bu/01/Lagepl%C3%A4ne/Lageplan_Grifflenberg_geografisch_19.pdf Gebäude K, Bergische Universität Wuppertal, https://www.grafik.uni-wuppertal.de/de/downloads-allgemein/lageplaene/ Campus Grifflenberg, Gaußstr. 20, 42119 Wuppertal),
  • die Podiumsdiskussion „Antike for future. Oder: Wie denken wir Transformation zur Nachhaltigkeit?“ am Donnerstag, den 04.04.2024, um 19 Uhr 30 in der https://www.citykirche-elberfeld.de/ Citykirche Elberfeld (Kircheplatz 2, 42103 Wuppertal) mit Helge Lindh, MdB, Klara Oehler, Prof. Dr. Smail Rapic, Verena Schäffer, MdL, Dr. Johannes Slawig und Dr. Gabriel Zuchtriegel, moderiert von Dr. Anne Friedrich und Dr. Dr. Christopher Schliephake,
  • der Abschlussvortrag „Vom Zauber des Untergangs“ von Dr. Gabriel Zuchtriegel, Generaldirektor des Archäologischen Parks von Pompeji, am Freitag, den 05.04.2024, um 13 Uhr (Hörsaal 32, https://www.uni-wuppertal.de/fileadmin/data/bu/01/Lagepl%C3%A4ne/Lageplan_Grifflenberg_geografisch_19.pdf Gebäude K, Bergische Universität Wuppertal, https://www.grafik.uni-wuppertal.de/de/downloads-allgemein/lageplaene/ Campus Grifflenberg, Gaußstr. 20, 42119 Wuppertal).

Dazu ergeht herzliche Einladung!

  1. „Odysseus, komm endlich nach Hause!“ – 4.000 niedersächsische Schüler lesen in Latein ein halbes Jahr lang antike „Frauen-Literatur“
  2. DAV-Kongress 2024 in Wuppertal
  3. Gastvortragsreihe Unterricht in der Antike - Antike im Unterricht
  4. Organisation des Humanismus-Preisträgers 2016 hilft in der Ukraine

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Der nächste DAV-Bundeskongress findet vom 18. bis 22. April 2028 in Salzburg statt.

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Neuerscheinung des Monats

Natalie Haynes, Die Kinder der Jokaste. Roman. Übersetzt aus dem Englischen von Lena Kraus, München (dtv) 2024, ISBN 978-3-423-21897-9, 400 Seiten, € 14,00 (englische Originalausgabe: The Children of Jocasta, London 2017)

Die britische Schriftstellerin und Altphilologin Natalie Haynes studierte Classics in Cambridge und verbindet in ihren Romanen ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit der griechisch-römischen Antike mit einem ausgeprägten Gespür für erzählerische Spannung. In „Die Kinder der Jokaste“ wendet sie sich dem thebanischen Sagenkreis zu und erzählt die Geschichten um Ödipus und Antigone konsequent aus weiblichen Perspektiven. Im Zentrum stehen dabei zwei Figuren, die in den antiken Überlieferungen häufig hinter den titelgebenden Helden zurücktreten: Jokaste und ihre Tochter Ismene. Die Übersetzung von Lena Kraus bringt Haynes’ flüssige und anschauliche Prosa überzeugend ins Deutsche und unterstützt den insgesamt sehr zugänglichen Erzählton.

Der Roman ist auf zwei zeitlich voneinander entfernte Handlungsebenen angelegt. Zunächst begleitet Haynes die fünfzehnjährige Jokaste, die gegen ihren Willen mit dem deutlich älteren König Laios von Theben verheiratet wird. Die Ehe ist weniger persönliche Verbindung als politisches Arrangement und dient vor allem der Sicherung der Thronfolge. Als Jokaste einen Sohn zur Welt bringt, wird ihr dessen Tod vorgetäuscht, weil eine Prophezeiung den Untergang des Königs durch die Hand seines eigenen Sohnes vorausgesagt hat. Jahre später tritt ein Mann namens Ödipus in Jokastes Leben: Nach dem Tod des Laios wird er zum neuen Herrscher von Theben und zwischen ihm und Jokaste entsteht eine Beziehung, deren verhängnisvolle Vorgeschichte beiden zunächst unbekannt ist.

Parallel dazu erzählt Haynes aus der Perspektive von Ismene, Jokastes jüngster Tochter. Deren Handlung setzt mit einem Mordanschlag ein und entwickelt sich zu einer politischen und familiären Spurensuche. Die Frage nach der rechtmäßigen Herrschaft über Theben verbindet sich mit den Gerüchten über die Vergangenheit der königlichen Familie. Ismene muss erkennen, dass der Palast, der ihr bislang Schutz und Sicherheit zu bieten schien, keineswegs ein geschützter Ort ist. Indem die beiden Erzählstränge miteinander verschränkt werden, ergänzt die frühere Geschichte die Lücken der späteren und führt schrittweise zu einem neuen Blick auf den bekannten Ödipus-Mythos.

Besonders gelungen ist dabei Haynes’ Entscheidung, die Handlung nicht allein als Geschichte eines unvermeidlichen Schicksals zu erzählen. Zwar bleiben Orakel, Prophezeiungen und die Vorstellung eines Fluchs wichtige Bestandteile der Handlung, doch die Autorin richtet den Blick stärker auf menschliche Entscheidungen, Machtverhältnisse und familiäre Prägungen. Liebe, Trauer, Schuld, Misstrauen und politische Interessen werden dadurch zu Kräften, die ebenso zerstörerisch wirken können wie ein göttlich verhängtes Schicksal. Gerade diese Verschiebung macht den Mythos für heutige Leser:innen unmittelbar zugänglich, ohne seine tragische Grundstruktur aufzugeben.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Frauenfiguren. Jokaste wird als junge Frau gezeigt, die zunächst kaum Einfluss auf ihr eigenes Leben besitzt und in den politischen Interessen der Männer um sie herum gefangen ist. Ihre Entwicklung von der früh verheirateten Jugendlichen zur Königin von Theben verleiht ihrer Geschichte eine besondere emotionale Spannung. Ismene wiederum erhält eine Handlungsmacht, die ihr in vielen traditionellen Darstellungen des thebanischen Sagenkreises kaum zukommt. Sie ist nicht bloß die stille Schwester der Antigone, sondern eine aufmerksame, intelligente und zunehmend selbstbewusste Figur, die sich gegen die politischen und familiären Erwartungen ihrer Umgebung behaupten muss. Auch die übrigen Frauen des Romans werden nicht lediglich als Nebenfiguren behandelt, sondern als Personen mit eigenen Interessen, Ängsten und Handlungsmöglichkeiten.

Haynes’ Perspektivwechsel ist dabei keineswegs nur eine moderne feministische Umdeutung eines bekannten Stoffes. Vielmehr nutzt sie die unterschiedlichen Überlieferungen des thebanischen Mythos, um eine plausible und zugleich eigenständige literarische Version zu entwickeln. Dass die Autorin mit den antiken Quellen vertraut ist, wird besonders im Nachwort deutlich: Dort erläutert sie die verschiedenen Varianten des Ödipus-Stoffs und macht transparent, an welchen Stellen sie sich an antike Traditionen anschließt oder diese für ihren Roman verändert. Die umfangreiche Recherche bildet damit nicht bloß den Hintergrund der Erzählung, sondern wird zu einer ihrer besonderen Stärken.

Etwas Geduld verlangt der Beginn aus Jokastes Perspektive, der im Vergleich zur späteren Handlung zunächst sehr ruhig wirkt. Sobald jedoch Ödipus in die Geschichte eintritt und sich die beiden Zeitebenen zunehmend aufeinander zubewegen, gewinnt der Roman deutlich an Dynamik. Gerade die Frage, wie sich die bekannten Ereignisse tatsächlich zugetragen haben, erzeugt eine Spannung, die bis zum emotionalen Ende anhält. Haynes gelingt es dabei, den Ausgang des Mythos nicht einfach vorauszusetzen, sondern auch für Kenner:innen der antiken Geschichte ein Gefühl von Unsicherheit und Erwartung zu erzeugen.

„Die Kinder der Jokaste“ ist eine überzeugende und unterhaltsame Neuinterpretation des thebanischen Sagenkreises. Natalie Haynes verbindet philologische Kenntnis mit einer modernen, klaren Erzählweise und rückt Figuren ins Zentrum, deren Perspektiven in den traditionellen Erzählungen oft nur am Rand sichtbar werden. Wer sich für griechische Mythologie, literarische Retellings oder insbesondere für den Ödipus- und Antigone-Stoff interessiert, findet hier eine spannende Alternative zu den vertrauten männlichen Heldenperspektiven.

Philipp Buckl, Université de Strasbourg

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