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Am 02./03. Oktober 2026 wird es auf dem zweijährlichen Landesfachtag Sachsen-Anhalt um „Aktives und aktivierendes Latein“ gehen. In der Lutherstadt Wittenberg werden wir unter Anleitung erfahrener Lehrpersonen (die sich allesamt im aktiven Schuldienst befinden) Latein sprechen, schreiben und spielen. Zu lernen gibt es auch, wie eine „latinistische“ Actionbound erstellt werden kann. Interessenten/innen aus anderen Bundesländern sind herzlich willkommen und wenden sich bitte an den DAV-Landesvorstand Sachsen-Anhalt.

Petra Schierl ist die neue Professorin für Latinistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der DAV-Landesverband Sachsen-Anhalt freut sich, mit Frau Schierl eine Latinistik-Hochschullehrerin in seinen Reihen zu wissen, die sich auch die Außenwirkung ihres Faches auf die Fahnen geschrieben hat und die an der Arbeit des DAV teilnehmen wird. Herzlichen Glückwunsch zur Berufung! Zuvor war Halle in die Schlagzeilen der altsprachlichen Community geraten, weil die Universität den Griechisch-Lehrstuhl – jenen von Melanchthon! – nicht wieder besetzen möchte.

Antike exempla et errores für uns heute – das Demokratie-Thema prägte den Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes in Frankfurt Rund 500 Lehrkräfte der Fächer Latein und Griechisch aus allen Bundesländern haben beim DAV Bundeskongress zur Frage der Bedeutung von Latein- und Griechisch-Unterricht für die politische Bildung gearbeitet. Vom 7. bis 11. April 2026 ging es an der Frankfurter Goethe-Universität um den Leitgedanken „Aus der Antike lernen für die Demokratie von heute und morgen – exempla et errores“. Die Hessische Landesregierung will gemäß Koalitionsvertrag „Schulen besonders fördern, die sich der europäischen Mehrsprachigkeit – einschließlich der alten europäischen Kultursprachen Latein und Griechisch – widmen“. Darauf wies Katja Sommer als DAV-Bundesvorsitzende hin und verwies auch auf das Konzept zur Begabtenförderung in Mecklenburg-Vorpommern, wo das Fach Altgriechisch an Schwerpunktschulen besonders gefördert wird. Mit dem Humanismuspreis des DAV wurde die „berühmteste Althistorikerin der Welt“ (so die FAZ 2025), die britische Altertumswissenschaftlerin und Publizistin Mary Beard, geehrt. Mit drei Ad-Astra-Preisen des DAV wurden junge Lehrkräfte prämiert für besondere Unterrichtskonzepte der Einbeziehung von griechischer Musik, von modernen Graffiti und von KI. Die öffentliche Podiumsdiskussion zum Kongress-Thema zeigte, dass wir die antiken Denkkonzepte und Erfahrungen modellhaft zum Vergleich nutzen können, um in gegenwärtigen Krisen gute Entscheidungen treffen zu können. Die Antike als Reflexionsraum für politische und gesellschaftliche Fragen unserer Gegenwart war Thema in rund 75 Fachvorträgen und Arbeitskreisen des Kongresses. Der griechische Historiker Herodot beschreibt, wie Griechen und Perser u.a. bei der Schlacht von Marathon zu überlegten Entscheidungen kamen. Der Dichter Homer erzählt in seinem Epos über den Trojanischen Krieg von Zorn und humanem Mitgefühl, wenn er den Griechen Achilleus charakterisiert, und warnt mit sezierenden Schlachtbeschreibungen vor Krieg und dessen traumatisierenden Folgen. Neuere Forschungen in Archäologie und Alte Geschichte zeigen etwa am Beispiel der vielfachen Facetten weiblicher Partizipation in der Antike, wie sehr weit verbreitete heutige Vorstellungen revidiert werden müssen. Bei der Darstellung der römischen Kaiser in den Biographien des römischen Autors Sueton sehen wir, wie politisch auch scheinbar nur Privates gedeutet wird. Die epochalen Auswirkungen von generativen Schreibprogrammen, also „künstlicher Intelligenz“, auf unsere Gesellschaft prägten viele Diskussionen des DAV-Kongresses. Wird durch die KI der Status des Menschen als Mensch in Frage gestellt? Wie kann das Dilemma von Arbeitserleichterung versus Deskilling gelöst werden? Werden wir uns künstlichen Algorithmen ergeben oder unsere besonderen Merkmale als Menschen, selbstständiges Denken und Empathie, bewahren? Befinden wir uns in einer Krise des Humanen? Der Leitgedanke des Humanismus reagierte mit Erasmus von Rotterdam, Wilhelm von Humboldt und dem sogenannten dritten Humanismus während der Weimarer Republik (Werner Jaeger) auf gesellschaftliche Krisen. Mittels des Logos, dem griechischen Begriff für menschliche Vernunft und Sprache, ging es den Humanisten immer darum, das Denken als besondere Fähigkeit des Menschen möglichst umfassend auszubilden. Somit ergibt sich gemäß dem Satz des Schulpädagogen Klaus Zierer das Paradoxon: „Die Stärke der digitalen Welt steht auf den Schultern der analogen Welt.“ Latein und Griechisch profitieren in Wissenschaft und Unterricht, so in der Papyrologie, erheblich von KI. Den Gefahren von KI kann der in erster Linie analoge altsprachliche Unterricht wirkungsvoll begegnen. Somit dürften diese Schulfächer, die für Sprachbildung und selbstständig kritisches Denken stehen, in Zukunft für unsere Demokratie weiter an Wichtigkeit gewinnen.

Liebe Mitglieder des DAV, cari amici linguarum antiquarum,

wir blicken zurück auf einen überaus gut besuchten und anregungsreichen Bundeskongress, danken dem Ortskomitee um Prof. Hans Bernsdorff in Frankfurt für die umsichtige und umfassende Planung und Durchführung, den großartigen Referentinnen und Referenten für ihre anregenden Beiträge, unseren Sponsoren, den Freunden und Förderern der Goethe-Universität Frankfurt, der Schleicher-Stiftung und dem Ernst-Klett-Verlag, für ihre großzügige Unterstützung und nicht zuletzt Ihnen/Euch für die guten Gespräche und die tolle Atmosphäre!

Nach dem Kongress ist bekanntlich vor dem Kongress: Merken Sie sich also schon den Termin unseres nächsten DAV-Kongresses vor, der vom 18. bis 22. April 2028 an der Universität Salzburg stattfinden wird!

Wie erschreckend die Latein-Kompetenzen im Vatikan nachgelassen haben und wie wenig KI da unterstützen kann, verdeutlicht folgende Meldung - und mahnt uns alle, am Bildungsziel menschlicher Mehrsprachigkeitskompetenz festzuhalten:

https://www.spiegel.de/panorama/papst-leo-experten-muessen-sich-lateinische-worte-fuer-lehrschreiben-magnifica-humanitas-ausdenken-a-b216842c-d8be-4e4d-8a87-feffc64b09d6

Damit wünschen wir Ihnen und Euch (weiterhin) erfreuliche Abitur-Resultate, die doch deutlich machen, wieviel gute Schülerinnen und Schüler trotz der ständigen Anforderungsabsenkungen sich an Kenntnissen bezüglich der antiken Sprachen, Literatur, Geschichte und Gesellschaft doch aneignen!

Mit dem Hinweis auf die unten aufgeführten Möglichkeiten zur otium-Gestaltung im Sommer wünschen wir wohlverdiente Erholung und senden herzliche Grüße

Ihr/Euer Bundesvorstand

Katja Sommer, Stefan Faller, Stefan Freund

Verehrte Leserinnen und Leser,

wir hoffen, Sie haben sich über die Jahreswende gut erholt und konnten sich für die zu erwartenden Ansprüche des neuen Jahres mit dem erhofften Elan ausstatten. Die Tage werden immerhin schon wieder länger. –

Ein Thema mit großem Medienecho war im letzten Quartal ohne Zweifel die von Papst Leo XIV. verfügte Abschaffung der Lateinpflicht für sprachliche Dokumente alltäglichen Typs an der Kurie. Für etwas Protest sorgten in Österreich noch die vom Bildungsminister proklamierten Ziele einer neuerlichen Lehrplanreform, welche kaum mehr Rücksicht auf einen allgemeinen Bildungshintergrund legt. Trier bleibt mit seiner Doppelausstellung zu Marc Aurel vorerst unvergessen, Pompeji nach wie vor präsent. Andere Themen halten sich in der Erregung von Aufmerksamkeit die Waage.

Wir wünschen Ihnen einen frohen und erfolgreichen Jahresanfang.

Zuletzt gab es zwar Beiträge aus allen drei Bereichen, aber weniger zum Unterricht:

  1. Die Klassischen Sprachen als Lerngegenstand
  2. Die Gegenwart von Antike, Mittelalter und Neuzeit
  3. Neues aus den benachbarten Altertumswissenschaften

Zum Themenbereich 1.

Das Referendariat für das Lehramt, vor allem für das höhere, wird im Journalismus nicht übermäßig häufig genauer beleuchtet. Es existieren viele stammtischartige Formeln und Mythen. Schafft es eine Person – vielleicht gar mit Versatzstücken über die Beschwernisse des Berufes - in die Presse, gehen die Parolen schon einmal an allen wichtigen Problempunkten zielsicher vorbei. Zum Beispiel konnte man in diesen Wochen lesen, dass eine Referendarin sich darüber beklagte, sie müsse ihren eigenen Kaffee zur Arbeit mitbringen. – Ist die Dame in dem Beruf richtig? Und: Welches Bild trägt die Presse am Ende mit einem Bericht in die Gesellschaft? Dass vor allem einzelne Fachausbilder durchaus auch ungeeignet sein können, ist ein Langzeitthema für Insider. Es lässt sich allerdings immer nur fallspezifisch angehen.

Der nachfolgende Beitrag zeigt die Dinge am Beispiel des Faches Latein recht realistisch. Nach wie vor immer wieder von Interesse, allerdings hier nur für Bayern vorgestellt: Die unterschiedlichen, in den letzten Jahrzehnten generell gestiegenen Umfänge der Wochenstunden für eigenverantwortlich unterrichtende Referendare in den verschiedenen Bundesländern bei jeweils unterschiedlicher Gesamtlänge des Referendariates. Welche weiteren sinnvollen Berufe man mit einer Lehramtsausbildung auch außerhalb der Schule ergreifen kann, kommt hier dankenswerterweise zur Sprache.

BR24 Wissen

Härtetest fürs Lehramt: Wie stressig ist das Referendariat?

Link: https://www.br.de/nachrichten/wissen/stressiges-referendariat-so-ist-der-haertetest-fuers-lehramt,UszWksa


Auch Zeitungen führen Foren zu „unseren“ Themen:

DER STANDARD

Wie lernt man am besten Latein?

Mein Forum: Diskutieren Sie dieses Thema mit der STANDARD-Community

Link: https://www.derstandard.de/story/3000000296635/wie-lernt-man-am-besten-latein


Abermals Österreich:

Kronen-Zeitung

Experte ist skeptisch: Minister will tote Sprachen aus Lehrplan streichen

Link: https://www.krone.at/3960555

Link fürs Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=jo13sz9Gjxg

Link zur ministeriellen Umfrage: https://www.krone.at/4006843


Dazu auch eine Sottise (mit Hinweis auf Michaela Maseks Buch Von jedem guten Geist verlassen):

NEWS.at

Spitzentöne: Retten wir Latein und Griechisch! Wir brauchen sie dringender als den Bildungsminister

Link: https://www.news.at/menschen/latein-griechisch


Das RND hat nach Kippen des Lateinobligatoriums im Vatikan mit unserem Pressesprecher gesprochen:

RND

Regelwerk für Vatikanangestellte überarbeitet: Selbst der Vatikan ist mit seinem Latein am Ende – aber was sagen die Lateinlehrer dazu?

Link: https://www.rnd.de/kultur/selbst-der-vatikan-schafft-latein-als-amtssprache-ab-aber-was-sagen-die-lateinlehrer-dazu-3DAEH4I3DJHVPLMMNYLM4AT5GE.html


Die uns was lehren, die soll man ehren.

anpfiff.info

Weihnachtsfeier Schiri Bamberg: Wenn der Präsident seinen Lateinlehrer ehrt

Link: https://www.anpfiff.info/sites/cms/artikel.aspx?SK=1&Btr=124006&Rub=109

- Übrigens: Auch Wolfgang Grupp lernte – vornehmlich in St. Blasien – Latein und Griechisch. Angesichts seiner eher handfesten Auftritte ahnen das wenige.


Zum Themenbereich 2.

Der Vatikan und Latein

Wochenlang beschäftigte sich die Journalistik in Europa mit der Abschaffung der Verpflichtung auf Latein als Primärsprache für die Schriftführung in der Kurie. Der Hauptgesichtspunkt bei der Maßnahme durch Papst Leo XIV. war selbstverständlich die Anerkenntnis der praktizierten Realität auch in obersten Kreisen und im Zentrum der katholischen Kirche. Dennoch fragten sich viele, ob der Vatikan einem weiteren Rückgang der Beherrschung des Lateinischen in Wort und Schrift durch herausragende Verantwortungsträger in der katholischen Kirche wie beispielsweise die Kardinäle tatenlos zusehen wolle. Denn der Universalität (Bedeutung des Wortes „katholisch“) der Konfession jenseits des Nationalen entspreche keine Sprache besser als eben die Lateinische. Man wird es weiter verwenden. Aber das Thema war unbestreitbar ein kleiner „Aufreger“ im Mediendschungel. Nicht wenige schienen dabei sich hinsichtlich der Verwendung der ausstrapazierten Formel „mit dem Latein am Ende“ einen Überbietungswettstreit liefern zu wollen. Immerhin fand aber eine breite Debatte statt:

DIE ZEIT

Latein im Vatikan: Dann sind wir mit dem Latein am Ende

Im Vatikan soll die traditionelle Amtssprache nicht mehr verpflichtend sein. Da fällt man doch vom Glauben ab.

Link: https://www.zeit.de/kultur/2025-11/latein-vatikan-amtssprache-katholische-kirche


Zu Latein im Katholizismus schreibt Matthias Heine in der WELT:

DIE WELT

„VULGATA“-Bibel: Mit diesem Buch begann die 1500-jährige Herrschaft der lateinischen Sprache in Europa

Link: https://www.welt.de/kultur/article6927f8f4bbe1e4af2f862b2f/latein-im-vatikan-bedeutungsverlust-einer-1800-jaehrigen-tradition.html


Die Weltwoche

Roma finita? Im Vatikan ist Latein nicht mehr die erste Amtssprache. Die Medien jubeln – zu früh!

Link: https://weltwoche.de/daily/roma-finita-im-vatikan-ist-latein-nicht-mehr-die-erste-amtssprache-die-medien-jubeln-zu-frueh/


Rheinische Post

Amtssprache abgeschafft: Wenn der Vatikan mit seinem Latein am Ende ist, springt „Der Postillon“ ein

Link: https://rp-online.de/panorama/religion/vatikan-mit-seinem-latein-am-ende-postillon-springt-ein-v1_aid-139875255


Der Postillon

Sonntagsfrage

Quaestio dominica: Quid dicis de eo quod lingua Latina non iam est prima lingua officialis in Vaticano?

Link: https://www.der-postillon.com/2025/11/quaestio-dominica-lingua-publica.html


Zum sachlichen Kontext

DOMRADIO.DE

„Latein ist die neutralste Sprache, die es gibt“

Link: https://www.domradio.de/artikel/journalist-galgano-gibt-einblick-bedeutung-von-latein-im-vatikan


Hart am losen Kontext

SRF

Vatikan stellt Latein hintan: Wie gut ist eigentlich Ihr Latein?

Link: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/vatikan-stellt-latein-hintan-wie-gut-ist-eigentlich-ihr-latein-machen-sie-den-test


Rein im zeitlichen Kontext

Evangelische Zeitung

Europapremiere beim Römergrab in Köln: Erste Broschüre auf Latein

Link: https://evangelische-zeitung.de/europapremiere-beim-roemergrab-in-koeln-erste-broschuere-auf-latein


Anniversarium: 325 n.Chr. fand das Konzil von Nicäa statt.

DW (Deutsche Welle)

Iznik feiert Nicäa: Warum Papst Leo in die Türkei reist

Link: https://www.dw.com/de/iznik-feiert-nic%C3%A4a-warum-papst-leo-in-die-t%C3%BCrkei-reist/a-74836800


BUCHREZENSION

...Und wieder Pompeji:

Der Leiter der Ausgrabungsstätten Pompeji Gabriel Zuchtriegel hat ein neues Buch geschrieben. Die rutschungsbedingten jüngeren Grabungen und der Fortschritt der allgemeinen Forschungen geben neue Aufschlüsse und erlauben früher nicht möglich gewesene Deutungen zu den allerersten Anfängen des Christentums im Kernraum des römischen Reiches wenige Jahrzehnte nach Christi Wirken. Darauf wie auf die soziale Bandbreite und damit unter anderem auch auf die Alltags- und Lebensumstände der Sklaven geht Gabriel Zuchtriegel in seinem Buch Pompejis letzter Sommer von Ende 2025 schwerpunkthaft ein.

Rezensiert wurde das Buch unter anderem in Deutschlandfunk Kultur:

Deutschlandfunk Kultur

Buchkritik – Gabriel Zuchtriegel:

„Pompejis letzter Sommer“

Link: https://www.deutschlandfunkkultur.de/buchkritik-gabriel-zuchtriegel-pompejis-letzter-sommer-100.html


Der klassische Philologe Thomas Ribi schreibt in der Neuen Zürcher Zeitung ausführlich über Zuchtriegels Buch (Text teilweise etwas abgeblendet):

NZZ

Was Pompeji über das Leben in der Antike erzählt und warum das Christentum die alten Götter verdrängte

Link: https://www.nzz.ch/feuilleton/was-pompeji-ueber-das-leben-in-der-antike-erzaehlt-und-warum-das-christentum-die-alten-goetter-verdraengte-ld.1911909

Das Buch:

Zuchtriegel, Gabriel:
Pompejis letzter Sommer.
Als die Götter die Stadt verließen,
Berlin (Propyläen) 2025.
320 Seiten; gebunden
ISBN: 978-3-54911-000-3
Preis: € 33,00


WEITERE BUCHEMPFEHLUNGEN

Konrad Paul Liessmann hat ein Vorwort für ein Buch geschrieben, das der heutigen Gesellschaft auf Basis der antiken Kardinaltugenden bzw. der virtus generell ein Angebot zur Orientierung unterbreitet.

Masek, Michaela:
Von jedem guten Geist verlassen?
Warum wir uns in einer maßlosen Gesellschaft auf antike Tugenden besinnen müssen,
Wien (Dom-Verlag) 2025.
224 Seiten; gebunden
ISBN: ‎ 978-3-85351-338-5
Preis: € 29,00


Peragratio inter litteras:

Prof. Dr. Michael Lobe hat einen Sammelband herausgegeben. Der Bogen seiner Beiträge spannt sich von der Antike (z.B. Ovid/Vergil) bis zu neulateinischer Dichtung des 20. Jahrhunderts (z.B. Josef Eberle). Aus der Tiefe und Vielschichtigkeit der andeutungs- und bezugsreichen Literatur hat Michael Lobe jeweils neue und weiterführende interpretatorische Erkenntnisse gewonnen und präsentiert sie nun in ihrer ganzen Breite in einem Band.

Lobe, Michael:
Laetae latebrae litterarum.
Gesammelte Streifzüge durch die lateinische Literatur,
Baden-Baden (Rombach/Nomos) 2025.
436 Seiten; Softcover
ISBN: 978-3-988-58149-5
Preis: € 109,00


Hier noch etwas Launiges zur Verwendung im Kontext zum Unterricht:

Verg, Martin:
Das Imperium kehrt zurück.
Warum uns das alte Rom neu fasziniert,
München (Piper) 2025
224 Seiten; flexibler Einband
ISBN: 978-3-492-06617-4
Preis: € 18,00


Aus unserem Umfeld

Als „Prachtband“; „Leseereignis“, ja „kommendes Standardwerk“ von der Kritik gefeiert, nachfolgend ein Buch mit Überschneidungen zu unserem Fachbereich:

Pfister, Manfred:
Englische Renaissance,
Berlin (Galiani) 2025.
480 Seiten; gebunden
ISBN: 978-3-86971-326-7
Preis: € 98,00

Link zur Rezension im SWR: https://www.swr.de/kultur/literatur/manfred-pfister-englische-renaissance-100.html


Rückblick auf die Marc-Aurel-Ausstellung in Trier

Es wurde ein Handschriftenfragment gefunden, welches eventuell Nicolaus Cusanus gehört haben könnte. Wir hatten es aus Wichtungsgründen im Juni ausgespart:

Volksfreund

Kulturschatz gefunden - Im Buchdeckel versteckt: Wie eine Marc-Aurel-Handschrift die Jahrhunderte überdauerte

Link: https://www.volksfreund.de/region/kultur/im-buchdeckel-versteckt-marc-aurel-handschrift-an-der-mosel-ueberdauerte-die-jahrhunderte_aid-127693547

… und ein Podcast der Zeitung Volksfreund zum Leben in Trier zur Zeit des Kaisers Marc Aurel:

Link: https://www.youtube.com/watch?v=nHd2prEEKt4


Bayern statt Baiern:

König Ludwig I. von – also, na ja – Ba-y-ern ließ nicht nur das an Originalbauten angelehnte Pompejanum in Aschaffenburg errichten, sondern in seiner Graecophilie (und anti-napoleonischen Francophobie) auch das i im freistaatlichen Inbegriff zum y wandeln. Allerdings heißt gerade auch im Französischen das Ypsilon ja » ygrec «… Immerhin ist der Buchstabentausch allemal weniger ungeschickt als die Idee, Baden-Württemberg als „The Länd“ firmieren zu lassen.

BR24

Y statt i: Darum wurde "Baiern" vor 200 Jahren zu "Bayern"

Link: https://www.br.de/nachrichten/bayern/y-statt-i-darum-wurde-baiern-vor-200-jahren-zu-bayern,V09PFsq


Lateinischer Monatsrückblick

Nuntii Latini

Link: https://www.bremenzwei.de/themen/latein-nachrichten-rueckblick-dezember-110.html


Für die vita beata und die Eudaimonie:

Tageblatt.lu  

PHILOSOPHISCHER ANSATZ

Wie antike Weisheiten die Lebensqualität im Alter verbessern

Link: https://www.tageblatt.lu/Luxemburg/Wie-antike-Weisheiten-die-Lebensqualitaet-im-Alter-verbessern-3940.html


Im Schatten Johannes Reuchlins - ein unbekannter Hebraist der Renaissance:

ref.ch

500. Todestag: Bei ihm gingen die Reformatoren in die Hebräisch-Nachhilfe

Link: https://www.ref.ch/news/ceporinus-jakob-wiesendanger-zwingli-zurich-reformation-geschichte/


Lateinwort des Jahres 2025: RHONCHISSATOR

Für das besonders breitentaugliche und lustige Lateinwort aus dem Thesaurus Linguae Latinae 2024 (retotatototato) gab die Bayerische Akademie der Wissenschaften noch eine Pressemeldung heraus. Obwohl sich das Exemplar von 2025 nicht verstecken muss, konnte man eine Weile nur in Eigeninitiative auf der Webpräsenz der Akademie eine Erwähnung mit Erklärung finden – auf Englisch!

Dieser Mangel wurde alsbald behoben. Hier ist die Pressemeldung der BadW:

Bayerische Akademie der Wissenschaften

Rhonchissator ist das Lateinwort des Jahres 2025

Link: https://badw.de/die-akademie/presse/pressemitteilungen/pm-einzelartikel/detail/rhonchissator-ist-das-lateinwort-des-jahres-2025.html


Zum Themenbereich 3.

Römerstraßen

Das Realienthema zur Antike, welches die Medien im Herbst 2025 am auffälligsten beschäftigte, ist die Errungenschaft, welche in Europa, Nahost und Nordafrika in der Fläche die nachhaltigsten Spuren hinterließ: Diejenige des für das Zeitalter seiner Entstehung staunenswert hochentwickelten Straßensystems. Es war Demonstration sowohl des hohen Lebensstandards im Imperium als auch des Willens, der Natur das Signum von Kontrolle, gar Unterwerfung durch Zivilisation sichtbar aufzuprägen. Jeder weiß, dass der schnurgerade Verlauf der römischen Straßen über lange Strecken selbst bei einem gewissen Maß an Steigung oder Gefälle auch Teil der Romidee und ihrer Manifestation war. Dass die ehemalige Gegenwart der römischen Kultur und Zivilisation in europäischen Teilräumen bis auf die heutige Zeit das Lebensgefühl der dortigen Einwohner distinktiv beeinflusst, haben Studien der letzten Jahre, die wir auch in einem der letzten Medienrückblicke thematisiert haben, nachgewiesen. Diesmal geht es um die hochentwickelte Technik in Vorbereitung und Anlage der Straßen in allen Teilen des Reiches sowie natürlich um die Länge und Dichte des Straßennetzes gewissermaßen als materielle Kultur. – Durchaus immer wieder faszinierend. Die Forschung geht weiter. Auf Itiner-e.org kann man die inzwischen nachgewiesenen 300.000 km römischer Straßen verfolgen.

Ein Beitrag zum technischen Raffinement:

DIE WELT

Schriften der Feldmesser: Diese Spezialisten bewiesen täglich, dass Rom die Welt beherrschte

Link: https://www.welt.de/geschichte/article68d3b5874a958e24fe6c0437/Roemisches-Reich-Gerade-Strassen-heiliger-Boden-so-plante-Rom-seine-Macht.html


Zum Umfang des Straßennetzes:

WISSENSCHAFT.de

Digitale Karte zeigt Straßennetz der Römer

Link: https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/digitale-karte-zeigt-strassennetz-der-roemer/


Eine weitere Webpräsenz zu Itiner-e:

heise online

Fast 300.000 km: Mit Abstand umfangreichste Karte der Römerstraßen online

Link: https://www.heise.de/news/Fast-300-000-km-Mit-Abstand-umfangreichste-Karte-der-Roemerstrassen-online-11069074.html

Direktlink zu Itiner-e auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=OTSe7MsJXbo&t=98s

Direktlink zur interaktiven Karte von Itiner-e: https://itiner-e.org/


Die Wälder im Römischen Reich

Ein weiteres unverkennbares Merkmal römischer Präsenz war die hohe Rate des Holzeinschlags. Sie ergab sich aus dem Flächenbedarf für den Ackerbau, dem Verbrauch von Brennholz und selbstverständlich aus den Erfordernissen im Bauwesen und der Nachfrage bei den antiken Werften. Auswirkungen auf den Bestand an Ressourcen, das Landschaftsbild und die Luftqualität hatte dies auch für die Provinzen nördlich der Alpen, wie eine Studie an der Universität Freiburg beweist.

Unter Förstern:

forstpraxis

Alte Wälder, gnadenlos gefällt – was Holzfunde über die Römer verraten

Link: https://www.forstpraxis.de/alte-waelder-gnadenlos-gefaellt-holzfunde-ueber-roemer-verraten-24168


Mit einem Interview (07:14):

SWR Kultur

Wie die alten Römer den Wald genutzt haben

Link: https://www.swr.de/swrkultur/wissen/wie-die-alten-roemer-den-wald-genutzt-haben-100.html


Antike Medizin

Aus der Praxis antiker Ärzte kennt man eine Vielzahl von Instrumenten dank einiger Funde. Besonders spektakulär war 1989 eine Entdeckung im antiken Ariminum, dem heutigen Rimini. Heute kann man gelegentlich Repliken erwerben.

Chirurgisches Besteck:

NATIONAL GEOGRAPHIC 

Antike Knochensäger: So arbeitete ein Chirurg im alten Rom

Link: https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2025/10/sensationsfund-in-rimini-so-arbeiteten-chirurgen-im-alten-rom/


Wie etwas Sensationelles finden, wenn keine Fachleute mehr graben?

Der Studiengang Grabungstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin soll entfallen. Der Deutsche Archäologenverband schlägt Alarm. 

GEO  

In Deutschland könnten bald Fachkräfte für Ausgrabungen fehlen.  

Link: https://www.geo.de/wissen/deutschland-verliert-grabungsexperten--studiengang-vor-dem-aus-37004830.html


Am 4. November 2025 eröffnete das Große Ägyptische Museum endgültig:

Selkets Blog

Ein historischer Moment: Tutanchamuns gesamter Schatz im Grand Egyptian Museum – und ein Fazit

Link: https://blog.selket.de/aus-den-museen/ein-historischer-moment-tutanchamuns-gesamter-schatz-im-grand-egyptian-museum-und-ein-fazit


Aus Strabons Geographie

Ein Vergnügungsboot wie von Strabon beschrieben wurde jüngst vor Antirhodos gefunden:

euronews

Archäologen finden 2000 Jahre altes Party-Boot vor Alexandria

Link: https://de.euronews.com/kultur/2025/12/08/archaologen-2000-jahre-party-boot-alexandria


Was verbirgt sich hinter dem von Strabon genannten Damasia?

Süddeutsche Zeitung

Auf der Suche nach dem Bayerischen Atlantis

Link: https://www.sueddeutsche.de/bayern/damasia-landsberg-archaeologie-bernbeuern-auerberg-roemer-antike-li.3365081


Selten

In der Etruskerstadt Vulci wurde ein griechischer weiblicher Statuenkopf gefunden.

Finestre sull’Arte

Wichtige Entdeckung in Vulci: Ein Mädchenkopf wurde gefunden, ein seltenes Beispiel für griechische Statuen auf etruskischem Gebiet  

Link: https://www.finestresullarte.info/de/archaologie/wichtige-entdeckung-in-vulci-ein-madchenkopf-wurde-gefunden-ein-seltenes-beispiel-fur-griechische-statuen-auf-etruskischem-gebiet


… Und nochmals Pompeji

Bruchstücke von Fresken zusammenzusetzen, kostet oft viel Zeit:

MaschinenMarkt

Antike Kniffelei: Roboter aus Bonn setzt Puzzle aus Pompeji zusammen

Link: https://www.maschinenmarkt.vogel.de/intelligenter-roboter-restauriert-antike-wandmalereien-pompeji-a-cb4affbb531b3891ddd350747a7e527d/


Ein Nachtrag

Erotik-Mosaik kehrt Heim:

Deutschlandfunk Kultur

Von Wehrmachtsoffizier geraubtes Erotik-Mosaik zurück in Pompeji

Link: https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-wehrmachtsoffizier-geraubtes-erotik-mosaik-zurueck-in-pompeji-102.html


Die Campi flegrei sind nicht nur selbst unruhig, sondern geben diese Eigenschaft an die Medien weiter:

tagesschau

Evakuierungsübung: Wie sich Neapel auf einen Vulkanausbruch vorbereitet

Link: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-vulkan-evakuierungsuebung-100.html


Bipolare Störung

Genderverbot vs. Genderzwang in den USA

Forschung & Lehre

Wissenschaftsfreiheit: US-Philosophieprofessor darf Platon nicht uneingeschränkt unterrichten   

Link: https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/us-philosophieprofessor-darf-platon-nicht-uneingeschraenkt-unterrichten-7487


Zusammenstellung und Kommentierung der Medienschau: 

Karl Boyé

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