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Die bischöfliche Akademie des Bistums Aachen bietet eine Reihe "Theologie in Sprache" in Präsenz und online an, als nächsten Termin im Dezember: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet" (Joh 1,14) - einen Basistext des Christentums anhand der Hebräischen Bibel erschließen: der Prolog des Johannesevangeliums (https://bak-ac.de/bilden-begegnen/veranstaltungen/veranstaltung/Das-Wort-ist-Fleisch-geworden-und-hat-unter-uns-gezeltet-Joh-114-2024.12.16/?instancedate=1734370200000

Im Januar folgt: 1 Samuel 15: Die Verwerfung des Königtums Sauls und die Vernichtungsweihe von Amalek. Kann Gott sich irren? Ein besonders schwieriges und umstrittenes Kapitel der Hebräischen Bibel. https://bak-ac.de/bilden-begegnen/veranstaltungen/veranstaltung/1-Samuel-15-Die-Verwerfung-des-Koenigtums-Sauls-und-die-Vernichtungsweihe-von-Amalek-2025.01.31/?instancedate=1738339200000

In der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie ist am Fachbereich Theologie zum 01.04.2025 die

Sprachdozentur Altgriechisch unter besonderer Berücksichtigung von Theologiestudierenden (m/w/d)

in Vollzeit (100%) unbefristet zu besetzen. Die Einstellung erfolgt je nach tariflichen und persönlichen Voraussetzungen im Beamten- (A 13) oder im Angestelltenverhältnis (E 13).

Nähere Informationen zum Stellenangebot unter https://www.jobs.fau.de.

Genauer Link: https://www.jobs.fau.de/jobs/sprachdozentur-altgriechisch-unter-besonderer-beruecksichtigung-von-theologiestudierenden-m-w-d-fau-490/

Planungen für das neunjährige Gymnasium in Baden-Württemberg:

Der baden-württembergische Ministerrat hat am 23.7.2024 das vom Kultusministerium vorgelegte neue Schulgesetz zur Anhörung freigegeben (vgl. https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/beteiligungsportal/KM/Dokumente/240723_Gesetzentwurf-Aenderung-Schulgesetz.pdf). Ein großer Teil der geplanten Änderungen bezieht sich auf die neuerliche Einführung des neunjährigen Gymnasiums. Bis zum 17. September 2024, 17.00 Uhr, konnten im Rahmen der Anhörung Kommentare auf der Beteiligungsplattform des Landes abgegeben werden. Die Stellungnahme des DAV Baden-Württemberg ist nachzulesen unter https://www.dav-bw.de/stellungnahme-des-deutschen-altphilologenverbandes-baden-wuerttemberg-zu-den-g9-planungen-des-kultusministeriums/.

Auf die Kommentierungsphase folgt nun die Antwort des Ministeriums; mit dem Gesetzesänderungsbeschluss im Landtag ist im Januar 2025 zu rechnen. Das neunjährige Gymnasium soll im Schuljahr 2025/26 zeitgleich in den Klassen 5 und 6 beginnen.


Volker Michael Strocka verstorben

Am 14. August 2024 verstarb im Alter von 84 Jahren Prof. Dr Volker Michael Strocka.

Nach dem Studium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte, Alten Geschichte und Philosophie an den Universitäten München, Basel, Paris und Freiburg wurde er 1965 in Freiburg promoviert und 1973 in Bochum habilitiert. Zwischen 1975 und 1981 versah er das Amt des Ersten Direktors der Wissenschaftlichen Abteilung der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, bevor von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2005 als Ordinarius für Klassische Archäologie an der Universität Freiburg i.Br. wirkte.

In diese Zeit fiel ein signifikanter Teil seiner Forschungen zu Pompeji sowie das Freiburger Thugga-Grabungsprojekt in Tunesien. Zeitlebens hat er die Klassischen Sprachen geschätzt und mit der Klassischen Philologie zusammengearbeitet. Seine Freiburger collegae und studentes sind vereint in Trauer und ehrendem Andenken mit seiner Familie und dem Deutschen Archäologischen Institut (https://www.dainst.org/newsroom/nachruf-volker-michael-strocka-1940-2024/442).


In Baden-Württemberg wird es in den nächsten Monaten eine Tagung von überregionalem Interesse gaben:

Schülerworkshop: Female Voices – Female Choices: Frauen in der griechischen Antike (Universität Tübingen):

Zeit: Samstag, 23. November 2024, 10-15 Uhr

Ort: Philologisches Seminar der Universität Tübingen. (Anmeldung bis 8.11.2024; weitere Infos unter https://www.humanismus-heute.uni-freiburg.de/events/FemaleVoices2024

Der Landesverband Hessen lädt für Samstag, den 02.11.2024, zum Altphilologentag in Marburg ein. Das Programm und die genaueren Informationen finden sich demnächst auf der Homepage: www.alte-sprachen.de

Liebe Mitglieder des Deutschen Altphologenverbandes,
liebe Freunde der Alten Sprachen,
amici linguarum antiquarum, φίλοι γλωσσῶν ἀρχαίων!

Wenn man sieht, wie viele Antike-bezogene Summer Schools europa- und weltweit in diesem Sommer wieder stattgefunden haben und wie viele Studienfahrtgruppen deutscher und anderer europäischer Schulen man auch in diesem Herbst wieder in Rom, am Golf von Neapel und in Griechenland antreffen konnte, ist einem um ein anhaltendes Interesse an der Antike nicht bange! Und nicht zuletzt zeigte der Leipziger Gewandhaus-Festakt zum 9. Oktober als dem entscheidenden Moment der Friedlichen Revolution mit seinem Bezug zu Coriolan (in Form von Beethovens Ouvertüre) die (un-)gebrochene Aktualität nicht nur von Livius!

Auch die Euroclassica-Tagung im August vermittelte die Aktualität und Lebendigkeit der Beschäftigung mit der Antike und ihren Texten: Nicht zuletzt dank des großen Engagements ihres Vorsitzenden Christian Laes, Prof. in Manchester, trafen Repräsentanten nationaler Altphilologenverbände aus 28 europäischen Staaten zusammen, um sich unter dem Titel Innovative Teaching Methods über ähnliche und unterschiedliche Ansätze in der Vermittlung unserer europäischen Grundlagenfächer Latein und Griechisch auszutauschen. Nachdem im vergangenen Jahr Jena und Deutschland Gastgeber der Jahrestagung unseres europäischen Dachverbandes gewesen war - passenderweise mit einem Ausflug zu unseren Klassikern, den deutschen Dioskuren, nach Weimar -, durften wir in diesem Jahr die überaus großzügige Gastfreundschaft des italienischen Mitgliedsverbandes repräsentiert durch die Accademia Vivarium Novum in der Villa Falconieri in Frascati genießen, wo am Orte des antiken Tusculum natürlich direkt an den ciceronisch geprägten genius loci angeknüpft werden kann...

Nicht nur Goethe hat diesen Ort als paradiesisch bezeichnet - die Tatsache, dass die römischen Kardinäle ihre Villen auf den Fundamenten der Landhäuser der antiken Senatoren errichteten, spricht für sich. Und wenn man über den Mosaikfußboden in einem zentralen Raum im Erdgeschoss der Villa Falconieri wandelt, welcher aus der römischen Vorgängervilla an diesem Ort bewahrt wurde, deren Besitzer Aulus Gabinius war, jener Volkstribun, der mit der lex Gabinia Pompeius das imperium extraordinarium im Seeräuberkrieg verschaffte, kommt man nicht nur ins Nachsinnen darüber, dass unerwartete Gefahrensituationen eines Ordnungssystems auch entscheidungsfreudiges unerwartetes strategisches Umdenken erfordern, wie auch Cicero es in de lege Manilia/ de imp. Cn. Pomp. 60 formulierte: 'At enim ne quid novi fiat contra exempla atque instituta maiorum.' Non dicam hoc loco maiores nostros semper in pace consuetudini, in bello utilitati paruisse; semper ad novos casus temporum novorum consiliorum rationes adcommodasse, man wird auch berührt von dem Gedanken, dass der Hausherr auf eben diesem Fußboden mit Pompeius, Caesar und Cicero über eben diese Fragen diskutiert haben dürfte...

Ein zentraler Programmpunkt der Tagung war die Vorstellung des von Steve Hunt und John Bulwer herausgegebenen, im Februar kommenden Jahres erscheinenden Buches Teaching Classics Worldwide mit sorgfältig erarbeiteten Kapiteln zur Rolle der Alten Sprachen Latein und Griechisch und der Antikenrezeption in den Schulsystemen nahezu aller Länder der Erde, wodurch deutlich wird, dass es gerade diese Alten Sprachen sind, die in besonderer Weise nationenübergreifend und völkerverbindend wirken, eben weil man sich anhand derselben Texte und Worte Gedanken zur conditio humana macht...

Während die Marburger Dozententagung, über die Sie einen sehr spannenden Bericht im nächsten FC werden lesen können, anregende Ideen zur Gewinnung von Studierenden für die Alten Sprachen austauschte, von denen sich einiges auch auf die Schule übertragen lässt, zeigten die diesjährigen Preisträger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen, Sophie Bruttel aus Berlin (Griechisch) und Alexander Lammer aus Straubing (Latein), welche die beiden Sonderpreise des DAV, jeweils dotiert mit 300 €, erhielten, welch großartige Leistungen der Nachwuchs erbringt - und wir gratulieren beiden ganz herzlich!

Mögen Sie anregende Studienfahrten gehabt haben, gerade durchführen oder noch vor sich haben, die Herbstferien bereits genießen oder bald in Aussicht haben, einen guten Start in das letzte Quartal des Jahres wünscht

Ihr / Euer Bundesvorstand

Katja Sommer, Stefan Faller, Stefan Freund

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